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Erweiterung Baugebiet "Nördlich Göhlenbach": Ortsrat Hittfeld ist gefragt

In der aktuellen Diskussion geht es um das Areal im Nord-Osten (dunkel-rot) (Foto: Gemeinde Seevetal / MSR)
kb. Hittfeld. So einfach, wie die Verwaltung es sich vermutlich gewünscht hatte, lief es nicht: Der Planungs- und Umweltausschuss konnte sich auf seiner Sitzung nicht zur Erweiterung des Baugebietes „Nördlich Göhlenbach“ in Hittfeld durchringen. Stattdessen wurde angeregt, dass zunächst der Hittfelder Ortsrat ein Votum abgibt, bevor der Ausschuss das Thema erneut berät.
Wie berichtet, hatte die Gemeindeverwaltung vorgeschlagen, das Baugebiet um ein knapp 8.000 Quadratmeter großes Areal im Nord-Osten zu ergänzen, um den Wegfall zweier Flächen zu kompensieren. Auf den zu ersetzenden Flächen soll zum einen eine Seniorenwohn- und -pflegeanlage gebaut werden, zum anderen ist auf dem zweiten Areal eine Wohnbebauung durch einen privaten Investor geplant. Dieser Argumentation wollten die Freien Wähler nicht folgen. „Die Senioren wohnen dort doch auch, warum ist hier plötzlich von einem Wegfall der Fläche die Rede?“, wollte Dr. Irmelin Schütze wissen. Und auch auf dem anderen Areal finde Wohnbebauung statt - nur eben nicht durch die Gemeinde. Einen Grund, Ersatz zu schaffen gebe es also nicht. Auch die SPD kann sich mit einer Erweiterung des Baugebietes nicht auf Anhieb anfreunden. „Wir haben das seinerzeit lange diskutiert und uns dafür entschieden, den oberen Teil nicht bebauen zu wollen. Davon wollen wir jetzt nicht so einfach abrücken“, sagte Klaus-Dieter Kirchhoff.
Die neue Fläche biete sich auch aufgrund der Lage nicht unbedingt für eine Bebauung an, fand Dr. Lars Teschke (Grüne).
Anders beurteilte Friedrich Becker (FDP) die Situation. Der einstimmige Ortsratsbeschluss gegen die Bebauung im nördlichen Teil sei zwar etwas Besonderes gewesen, aber inzwischen habe man es mit veränderten Bedingungen zu tun. Das sah Norbert Fraederich (CDU) ähnlich. „Die Situation ist anders als damals und außerdem können wir froh sein, dass es so viele Interessenten für die Bauplätze gibt“, so Fraederich. Auch die AfD stehe der Erweiterung der Baufläche positiv gegenüber, teilte Dr. Klemens Lunkenheimer mit.
Eher unwahrscheinlich scheint derzeit, dass - wie von Verwaltung und Politik präferiert - das DRK die angedachte Seniorenanlage verwirklicht. Bürgermeisterin Martina Oertzen berichtete im Ausschuss von einem Gespräch mit Norbert Böttcher, Präsident des DRK-Kreisverbands. Es habe beim DRK zwar großes Interesse gegeben, das Projekt zu realisieren, „aber es herrschen derzeit Rahmenbedingungen, die es dem DRK schwierig machen, das so zu begleiten, wie ursprünglich gewünscht“, so Oertzen, die außerdem von einer „undurchsichtigen Großwetterlage“ beim DRK sprach. Konkreter wollte sie nicht werden. Wie berichtet, hat die Verwaltung den Auftrag, auch mit anderen potenziellen Betreibern ins Gespräch zu kommen.