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Erweiterung des Einzelhandels in Ramelsloh: Pläne zu Lasten Hanstedts?

Knolles Markt soll auf 3.000 Quadratmeter erweitert werden. In direkter Nähe zum Edeka soll ein Aldi-Markt gebaut werden
kb. Ramelsloh. Trotz der Kritik der Samtgemeinde Hanstedt will die Gemeinde Seevetal an den Plänen zur Erweiterung von Edeka-Knolle in Ramelsloh und der dortigen Ansiedlung eines Aldi-Marktes festhalten. Das wurde jetzt im Planungsausschuss deutlich, auf dessen Sitzung sich die Mitglieder einstimmig dafür aussprachen, die Änderung des Flächennutzungsplanes festzustellen und den Bauplan als Satzung zu beschließen. Letztes Wort hat der Gemeinderat auf seiner Sitzung am heutigen Mittwoch, um 19 Uhr in der Burg Seevetal.
Wie berichtet, soll der Edeka-Markt in Ramelsloh auf 3.000 Quadratmeter erweitert und in direkter Nachbarschaft ein Aldi-Markt mit 1.000 Quadratmetern gebaut werden. Die Zufahrt zum Discounter soll über eine neue Bügelstraße möglich sein, um die Ohlendorfer Straße vom Verkehr zu entlasten.
Hanstedt befürchtet einen Kaufkraftabfluss in Richtung Ramelsloh, ähnlich wie bei der geplanten Ansiedlung eines Famila-Warenhauses in der Nachbargemeinde Jesteburg. In der Stellungnahme der Samtgemeinde heißt es, man gehe von Auswirkungen zu Lasten des Grundzentrums Hanstedt aus. Mit den Planungen widerspreche Seevetal dem Kongruenzgebot. Das besagt, vereinfacht dargestellt, dass der geplante Einzelhandel dem Kaufkraftpotenzial des Ortes entsprechen muss und andere Zentren nicht schädigen darf.
Fred Patzwaldt, Leiter der Planungsabteilung, wies die Kritik Hanstedts an den Planungen in seinen Ausführungen zurück. „Die Pläne widersprechen dem Kongruenzgebot nicht“. so Patzwaldt. Es handele sich um die Sicherung eines bereits bestehenden Standorts, die Versorgungsstrukturen in Hanstedt würden nicht gefährdet. Dies sei auch das Ergebnis des in Auftrag gegebenen Einzelhandelsgutachtens.
Das sahen auch die Mitglieder des Ausschusses so. „Die Frage, wie verträglich so ein Markt am Rande Ramelslohs ist, hat uns lange bewegt“, so Walter Schulz (CDU), der darauf anspielte, dass die Planungen die Gemeinde schon seit 2009 beschäftigen. „Auch wenn ein Restrisiko bleibt - insgesamt ist die Erweiterung des Edekas und eine Aldi-Ansiedlung für den Ort sinnvoll. Besonders vor dem Hintergrund, dass hier künftig ein Bevölkerungszuwachs stattfinden wird“, so Schulz.
Spannend bleibt in jedem Fall, wie die Samtgemeinde Hanstedt weiter vorgeht. Gegen die Famila-Ansiedlung in Jesteburg wollen die Hanstedter klagen. Droht Seevetal ebenfalls eine gerichtliche Auseinandersetzung? „Wir warten jetzt erst einmal die Begründungen ab“, so Olaf Muus. „Mehr kann und will ich dazu derzeit nicht sagen.“