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Feuerwehr Hittfeld soll umziehen

In die Jahre gekommen: das Feuerwehrgerätehaus in Hittfeld
kb. Hittfeld. "In Hittfeld muss etwas passieren", machte die Vorsitzende Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD) jetzt im Ausschuss für Feuerschutz und vorbeugende Sicherheit deutlich. Die Mängel am Feuerwehrgerätehaus sind nicht erst seit gestern bekannt. U.a. fehlen Fluchtwege. Wände, Dach und Fenster müssten energetisch saniert werden, die modernen Anforderungen an ein Feuerwehrgerätehaus werden in vielen Bereichen nicht mehr erfüllt. Deshalb soll das Feuerwehrgerätehaus an der Bahnhofstraße durch einen Neubau ersetzt werden.
Bereits vor einem Jahr sprachen sich die Ausschussmitglieder für einen Neubau aus. Passiert ist seitdem wenig. Um jetzt etwas Bewegung in die Sache zu bringen, stimmten die Politiker für einen Antrag der SPD. Darin wird die Verwaltung aufgefordert, die Augen nach einem geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrhaus offen zu halten. "Es ist wichtig, dass wir jetzt mit der Suche nach einem Standort beginnen, bevor uns alle potenziellen Grundstücke durch die Lappen gehen", so Tumuschat-Bruhn. Das sah auch Adolf Wendt (CDU) so. "Das Gebäude in Hittfeld ist nicht zukunftsfähig. Es ist wichtig, dass wir jetzt schon mit der Standortsuche anfangen, auch wenn wir noch nicht wissen, wann das Gerätehaus gebaut werden kann", so Wendt.
Der Bau steht tatsächlich noch in den Sternen. Zwar wird die Gemeinde nach Anhebung der Kreisumlage wohl einen Nachtragshaushalt verhindern können, dennoch muss überall gespart werden. Was ein Neubau für die Feuerwehr in Hittfeld kosten würde, ist noch unklar. Zum Vergleich: Das 2013 eingeweihte Gerätehaus für die fusionierte Ortswehr Over-Bullenhausen schlug mit knapp zwei Millionen Euro zu Buche.
Ordnungsamtsleiter Dirk ter Horst freute sich über den Arbeitsauftrag für seine Verwaltung. "In Hittfeld werden gerade die 'Claims' abgesteckt. In der aktuellen Diskussion kommt die Feuerwehr aber nicht vor", so ter Horst. Das könne man nun ändern. Die Ausstattung der Feuerwehr mit Ausrüstung, Gerätschaften aber auch Gebäuden sei Pflichtaufgabe für die Gemeinde.
Wo die Feuerwehr ihr neues Domizil aufschlagen könnte, ist ungewiss. Bevorzugt sollen zunächst gemeindeeigene Grundstücke ins Visier genommen werden.

Kommentar:

Braucht jeder Ort eine eigene Wehr?

Der Neubau eines Gerätehauses in Hittfeld, aber auch die notwendigen Sanierungen der Feuerwehrhäuser in Meckelfeld und Fleestedt werfen die Frage auf, ob es tatsächlich notwendig ist, dass jeder Ort eine eigene Feuerwehr hat. In Seevetal gibt es 14 Ortswehren - einige absolvieren nur wenige Einsätze im Jahr. Jede Wehr braucht aber ein Gerätehaus, Fahrzeuge und Ausrüstung. Hinzu kommt: Tagsüber sind viele Wehren ohnehin auf Zusammenarbeit mit Feuerwehrleuten aus anderen Orten angewiesen, weil aus beruflichen Gründen kaum jemand vor Ort ist. Die Wehren in Over und Bullenhausen haben bewiesen, wie gut eine Fusion funktionieren kann. Eine Zusammenlegung von kleineren Ortswehren könnte viel Geld sparen. Aus der Politik wird dieses heiße Eisen aber wohl niemand anfassen. "Das wäre politischer Selbstmord", so ein Ausschussmitglied. Katja Bendig