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"Fühlen uns im Stich gelassen!" Bürgerinitiative kritisiert Landesregierung

kb. Seevetal. "Wird Seevetal von seiner Landesregierung überhaupt beachtet oder nur noch als 'Hamburger Interessengebiet' gesehen?" Das fragt sich die Bürgerinitiative (BI) gegen die Raststätte Elbmarsch. Mit einem offenen Brief wandten sich die Mitglieder jetzt an Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und den niedersächsischen Verkehrsminister Olaf Lies, um ihre Bedenken hinsichtlich der Planungen für eine Rastanlage an der A1 bei Meckelfeld zu unterstreichen.
"Wir haben das Gefühl, dass wir uns auf Hannover nicht verlassen können und unser Gemeindegebiet widerspruchslos Hamburger Interessen überlassen wird", kritisiert die Bürgerinitiative die Landesregierung. Der Eindruck, dass Seevetal von Hamburg vereinnahmt wird, drängte sich zuletzt ganz deutlich bei der Einweihung des modernisierten Rangierbahnhofs in Maschen auf. Vertreter der niedersächsischen Landesregierung suchte man bei dem Festakt vergeblich, stattdessen waren u.a. Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz und Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch sowie weitere Vertreter der Hansestadt zugegen. "Man konnte leicht den Eindruck gewinnen, Seevetal gehöre zu Hamburg statt zu Niedersachsen", so Friedrich Lührs, Schriftführer der Bürgerinitiative.
Die BI fürchtet, dass sich diese Haltung auch bei der geplanten Rastanlage auswirken könnte. Während sich Hamburg mit Nachdruck darum bemühe, außerhalb seiner Stadtgrenzen ausreichend Lkw-Parkflächen für die Hafenwirtschaft zu schaffen, spüre man aus Hannover wenig Gegenwehr. "Wir fühlen uns im Stich gelassen", so Lührs. Vor allem auch, da ein zeitnaher Gesprächstermin im Verkehrsministerium "aufgrund von Terminnot des Ministers auf absehbare Zeit" nicht möglich sei.
Dennoch gibt man sich in Meckelfeld kämpferisch. "Wir werden auch ohne Rückendeckung 'von oben' gegen die Realisierung der Mega-Raststätte weiterkämpfen und verhindern, dass auch dort Olaf Scholz die Festrede zur Einweihung hält", sagt Lührs.
Im Planungsverfahren zur Raststätte Elbmarsch werden derzeit noch immer die über 6.400 Einwendungen geprüft, wie Sönke Zulauf von der Verkehrsbehörde in Verden bestätigt. Wann die Prüfung abgeschlossen sei, sei noch nicht absehbar.