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"Haben eigene Ideen": Freie Wähler wollen Wohnbebauung in Hittfelds Ortsmitte

Wenn es nach den Freien Wählern geht, bekommt Hittfeld rund um das Traditionsgasthaus "Zum 100-jährigen" einen Teil seines historischen Aussehens wieder
kb. Hittfeld. Hochwertige Eigentumswohnungen im Fachwerkstil, eine Sanierung des Traditionsgasthauses "Zum 100-jährigen" samt Scheune und Destille, die Schaffung eines Biergartens: Wenn es nach den Freien Wählern in Seevetal geht, sieht so das Konzept für die Umgestaltung der Hittfelder Ortsmitte aus. "Wir suchen einen Investor, der Interesse daran hat, Hittfeld ein Stück seines historischen Gesichts zurückzugeben", so Willy Klingenberg.
Wie mehrfach berichtet, will die Unternehmensgruppe May & Co. aus Itzehoe den ortsansässigen Edeka-Markt um 1.000 Quadratmeter erweitern, direkt daneben soll ein Aldi-Markt mit 1.200 Quadratmetern gebaut werden. Außerdem will der Investor mehrere Hundertausend Euro in die Sanierung des Traditionsgasthauses "Zum 100-jährigen" investieren, das seit rund drei Jahren geschlossen ist. Dort soll wieder eine Gastronomie einziehen. Das Grundstück hat der Investor bereits von der Eigentümerfamilie Steinwehe erworben.
Ebenfalls Pläne für die Umgestaltung des Areals hat die Buchholzer Projektentwicklungsgesellschaft für Wohn- und Gewerbeimmobilien, „terra Real Estate“. Auf der Ortsratssitzung am 30. August in Hittfeld soll der Entwurf, präsentiert werden. Dieser sieht keinen Aldi-Umzug, dafür aber Wohnbebauung vor. Auch "terra Real Estate" will den "100-jährigen" sanieren und hat angeblich schon einen potenziellen Betreiber in der Hinterhand.
"Uns behagen beide Konzepte nicht, wir haben eigene Ideen", sagt dazu Willy Klingenberg. Eine Erweiterung des Edekas und ein Umzug des Aldi-Marktes seien ebenso unnötig, wie die von "terra Real Estate" angedachte, und in den Augen der Freien Wähler viel zu dichte Wohnbebauung. "Wir haben die einmalige Chance, auf dem Areal etwas Nachhaltiges für Hittfeld zu schaffen", so Klingenberg. Der Wiederaufbau ehemaliger Fachwerkhäuser und ein zusätzliches Fachwerkensemble mit Eigentumswohnungen würde an den alten Ortskern erinnern. Kopfsteinpflaster, Bänke, ein Springbrunnen, ein Biergarten und ein Eiscafé würden die Aufenthaltsqualität erhöhen und eine lebendige Ortsmitte schaffen. "Für eine derartige Wohnbebauung gäbe es ein großes Potenzial zahlungskräftiger Interessenten", ist sich Willy Klingenberg sicher. Die Freien Wähler könnten sich außerdem vorstellen, dass ein Museum und die Bücherei in die ehemalige Destille ziehen. "Dafür eignet sich das Gebäude bestens", so Thomas Fey, der für den Gemeinderat kandidiert.
Das Problem, dass es auch in Hittfeld, wie überall im Landkreis, an bezahlbarem Wohnraum mangelt, spricht aus Sicht der Freien Wähler nicht gegen den Bau hochwertiger Eigentumswohnungen. "Natürlich benötigen wir günstige Wohnungen, aber die müssen nicht zwingend im Ortskern entstehen", sagt Klingenberg.