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Hier entstehen mindestens 130 Mietwohnungen

In diesen vier Ortschaften entstehen in Seevetal Mietwohnungen. Immobilienmakler Nils Ulrich (kl. Foto) weiß um die Wohnungsknappheit Grafik: MSR; Foto: Ulrich&Ulrich
 

In der Gemeinde Seevetal nimmt der Mietwohnungsbau fahrt auf / Das ist politisch gewollt

ts.Seevetal. Lange haben vor allem Eigenheime das Neubaugeschehen in der Gemeinde Seevetal geprägt - jetzt nimmt der Mietwohnungsbau Fahrt auf. Insgesamt mindestens 130 zusätzliche Mietwohnungen entstehen voraussichtlich in den nächsten zwei Jahren in den vier größten Gemeindeteilen Fleestedt, Maschen, Meckelfeld und Hittfeld. Bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener zu schaffen ist die politische Absicht in Seevetal.
Wer eine Wohnung sucht, für den zeigt sich der Mietwohnungsmarkt in der 41.000-Einwohner-Gemeinde angespannt. Laut dem Internetportal Immobilienscout24 werden derzeit in der aus 19 Ortschaften bestehenden Gemeinde lediglich 20 Mietwohnungen angeboten. Nur eine Wohnung ist zu einer Warmmiete unter 600 Euro zu haben: eine 42 Quadratmeter große zwei-Zimmer-Wohnung in Meckelfeld.
Zwei Wohnungen, eine in Hittfeld und eine in Meckelfeld, kosten knapp mehr als 600 Euro Miete im Monat.
Sieben der 20 Mietwohnungen sind nur für mehr als 1.000 Euro Kaltmiete zu haben. Die teuerste ist eine Fünf-Zimmer-Maisonettewohnung (142 Quadratmeter) in Hittfeld: 1.570 Euro warm beträgt die Miete.
Überhitzt wie in der benachbarten Freien und Hansestadt Hamburg sei der Markt in Seevetal aber nicht, sagt Nils Ulrich. Der Makler betreibt ein Büro in Hittfeld. "Es gibt wenige freie Wohnungen, aber innerhalb von drei Monaten kann jeder etwas finden", sagt Nils Ulrich. Die Preisen seien unterschiedlich. Von sechs Euro bis zwölf Euro pro Quadratmeter reiche die Spanne.
"Wir als Gemeinde wollen Bedingungen schaffen, dass Investoren Mietwohnungsbau für Menschen mit normalen Einkommen verwirklichen können", sagt Fred Patzwaldt, Leiter der Bauplanungsabteilung. Diese zusätzliche Bauvorhaben sollen Entspannung auf dem Mietwohnungsmarkt in Seevetal bringen:
Der Bau von etwa 70 Mietwohnungen ist auf einem 8.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Schulstraße in Maschen geplant, das bei den Einheimischen als das "Schüttsche Gelände"" bekannt ist. Der Investor denke an moderne, kubische Baukörper. "Wir sind gespannt, ob die Maschener diese Bauform akzeptieren", sagt Fred Patzwaldt.
An der neu zu bauenden Straße Fleester Höpen in Fleestedt entstehen bis zu 140 Wohnungen. 20 Prozent davon, also 28 Wohnungen, werden Mietwohnungen sein. "ich habe die Hoffnung, dass es mehr sein werden", sagt Fred Patzwaldt.
24 Mietwohnungen errichtet die Süderelbe Wohnungsbaugenossenschaft an der Straße "Am Saal" in Meckelfeld. Voraussichtlich im Sommer 2019 werden sie bezugsfertig sein. Baubeginn ist in diesem Jahr.
Acht Mietwohnungen sind bei der Neugestaltung des Areals um das Gasthaus "Zum Hunderttjährigen" vorgesehen. Somit gelten insgesamt 130 zusätzliche Mietwohnungen in Seevetal als sicher.
Wahrscheinlich werden es noch mehr sein: Ein Investor plant ein Gebäude nahe des Bahnhofs Meckelfeld. Die Gemeindeverwaltung rechnet damit, dass dort Geschosswohnungsbau entsteht. Mit Wohnungen ist zudem auf dem früheren sogenannten "Achilles-Gelände" an der Straße Am Göhlenbach in Hittfeld zu rechnen. Seniorenwohnungen, möglicherweise zur Miete, sind in dem Baugebiet "Nördlich Göhlenbach" in Hittfeld vorgesehen. "Aber nicht vor dem Jahr 2020 oder 2021", sagt Fred Patzwaldt.
Eine spannende Frage ist noch offen: Wie hoch werden die Mieten in den Neubauten sein? Die Preise, sagt Fred Patzwaldt, ließen sich heute noch nicht seriös ermitteln.
Für die Förderung des sozialen Wohnungsbaus in Niedersachsen hat die Landesregierung 800 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln zur Verfügung gestellt. Neben zinslosen Darlehen gewährt das Land Niedersachsen seit 2017 auch Tilgungszuschüsse in Höhe von 15 Prozent. Aber immer mehr Sozialwohnungen fallen aus der Belegungsbindung heraus. Der Mieterbund warnt: 300.000 Wohnungen werden bis 2035 fehlen. Land fördert Wohnungsbau