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Hittfeld: Investition in den "100-jährigen" nur mit Einzelhandelserweiterung

Eine Variante der Umgestaltung: Die Zufahrt von der Jesteburger Straße zum Parkplatz verläuft östlich des Gasthauses "Zum 100-jährigen", die Harburger Straße erhält einen Wendehammer und mündet in den Parkplatz (Foto: SKAI Siemer Kramer Architekten Ing)
 
"Wir wollen das realisieren": Geschäftsführer Michael May präsentierte die Pläne des Investors
kb. Hittfeld. Keine Begeisterungsstürme, aber auch keine allgemeine Ablehnung gab es jetzt für die Vorstellung der Pläne des Investors May & Co. zur Umgestaltung in Hittfelds Ortsmitte. Wie berichtet will die Unternehmensgruppe aus Itzehoe den ortsansässigen Edeka-Markt um 1.000 Quadratmeter erweitern, direkt daneben soll ein Aldi-Markt mit 1.200 Quadratmetern gebaut werden. Außerdem will der Investor mehrere Hundertausend Euro in die Sanierung des Traditionsgasthauses "Zum 100-jährigen" investieren, das seit rund drei Jahren geschlossen ist. Dort soll wieder eine Gastronomie einziehen. "Wir haben den festen Willen, das hier zu realisieren", so Geschäftsführer Michael May.
Schon seit Jahren ist der Bereich rund um den "100-jährigen" im Gespräch für eine städtebauliche Entwicklung. Dreh- und Angelpunkt war immer der Erhalt des Gasthauses. Ein echter finanzieller Kraftakt, den May & Co. durch eine Quersubventionierung stemmen will. "Das funktioniert nur zusammen mit der Edeka-Erweiterung und dem Bau des Discounters. Nur den '100-jährigen' anzufassen wäre Harakiri", so May. Das Grundstück hat der Investor bereits von der Eigentümerfamilie Steinwehe erworben, außerdem wurden bereits erste Gespräche mit dem Denkmalschutz sowie mit Interessenten geführt. "Es gibt für den Standort qualifizierte Bewerber für den gastronomischen Betrieb", sagt May.
Auch bei der geplanten äußeren Gestaltung des Edeka-Marktes hat der Investor Zugeständnisse gemacht. "Das ist ein sensibler Standort, den wir verträglich und kleinteilig gestalten wollen", so Architekt Jan Siemer. Der Discounter soll mehrere Giebel bekommen, damit wird er optisch an eine Reihe kleinerer Häuser erinnern. Für die Gestaltung des Bereichs rund um den "100-jährigen" sei entscheidend, die Straßenführung zu ändern, so dass die Harburger Straße nicht länger zwischen dem Gebäudeensemble verläuft. Nur so könne man einen Platz mit Aufenthaltsqualität schaffen, ist Siemer überzeugt.
Viele Fragen aus dem Ortsrat drehten sich um die zu erwartende Verkehrsbelastung. Aufgrund der derzeitigen Entwürfe geht ein erstes Verkehrsgutachten von der Annahme aus, dass künftig der Hauptteil des Kundenverkehrs direkt von der Jesteburger Straße kommen wird. Durch die Erweiterung der Verkaufsfläche werde es zwar zu einer Verkehrszunahme kommen, durch die direkte Nachbarschaft von Edeka und Aldi würden allerdings auch viele Fahrten entfallen. Sollte die Planung von den politischen Gremien abgesegnet werden, wird noch eine schalltechnische Untersuchung stattfinden - je nach Straßenverlauf könnten aktive Schallschutzmaßnahmen notwendig werden.
Um die Frage nach raumordnerischen Bedenken zu klären - zuletzt hat man in Seevetal bei der gescheiterten Einzelhandelserweiterung in Ramelsloh erfahren, wie die Vorgaben der Regionalen Raumordnung Pläne durchkreuzen können - werde noch ein Verträglichkeitsgutachten erstellt, so Michael May. "Wir gehen derzeit mit den Maximalforderungen der Einzelhändler in die Planung, wenn das Land Bedenken hat, würden wir die Quadratmeterzahl auch reduzieren."
Ortsbürgermeister Norbert Fraederich (CDU) machte noch einmal deutlich, dass der Vorschlag von May & Co. das derzeit einzige konkrete Angebot ist, dass der Gemeinde vorliegt. "Wir werden den '100-jährigen' nur erhalten können, wenn Aldi und Edeka kommen", so Fraederich.
Die Pläne werden nun in den Fraktionen beraten.