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Interview mit Bürgermeisterkandidat Willi Cramer: "Keine großen Plakate, aber riesige Ideen"

Mag den direkten Kontakt zu den Menschen: Willi Cramer
kb. Seevetal. Lederhose und Stirnband sind seine Markenzeichen, seinen roten VW-Bus kennt ganz Seevetal: Willi Cramer (58) tritt als einziger parteiloser Kandidat bei der Bürgermeisterwahl in Seevetal an. Seit acht Jahren arbeitet er beim Betriebshof der Gemeinde, seit einem Jahr ist er Personalratsvorsitzender. Bekannt ist Willi Cramer vor allem wegen der Aktion "Bunter Bahnhof", aber auch durch sein Engagement im Präventionsrat und als Mannschaftsbetreuer beim TV Meckelfeld. Willi Cramer hat drei Töchter (20, 23 und 25) und lebt mit seiner Lebensgefährtin in Hörsten.
WOCHENBLATT: "Herr Cramer, für viele Seevetaler war es überraschend, dass Sie zur Bürgermeisterwahl antreten. Warum kandidieren Sie?"
Willi Cramer: "Die meisten Leute schimpfen immer nur über die Politiker, anstatt selber etwas zu verändern. Ich will ein Zeichen setzten, dass jeder, der sich politisch engagieren möchte, das auch tun kann."
WOCHENBLATT: "Welche Qualitäten bringen Sie für das Amt mit?"
Willi Cramer: "Ich bin kein klassischer Verwaltungsmann, aber ich habe viele verschiedene berufliche Erfahrungen gesammelt - das hat mich sicher nicht dümmer gemacht. Ich bin kreativ und offen dafür, auch mal quer zu denken. Aufgrund meines Amtes als Personalratsvorsitzender habe ich natürlich auch wichtige Einblicke in Personalangelegenheiten gewonnen."
WOCHENBLATT: "Was möchten Sie in Seevetal verändern?"
Willi Cramer: "Ich will Seevetal noch lebenswerter und attraktiver machen. Das fängt bei der Sanierung der Straßen an und hört damit auf, dass die Bürger, Vereine, Initiativen und verantwortlichen Politiker mehr miteinander sprechen und gemeinsam Ideen entwickeln. Damit der Verkehr uns nicht irgendwann erdrückt, könnte ich mir vorstellen, dass die Gemeinde z.B. bei Bürgern, die neu in Seevetal bauen, Bus- und Bahn-Fahrkarten sponsert, damit sie das Auto stehen lassen."
WOCHENBLATT: "Gibt es etwas, dass Sie an der Politik nervt?"
Willi Cramer: "Oft ist die Phase der Entscheidungsfindung einfach wahnsinnig lang. Da wird so lange herumdiskutiert, dass man sich vom eigentlichen Thema entfernt. Dabei wird man ohnehin nie eine Entscheidung treffen können, die allen gefällt. Aber man sollte vorher alle Positionen anhören."
WOCHENBLATT: "Wie sind Sie den Wahlkampf angegangen - so ganz ohne Unterstützung einer Partei?"
Willi Cramer: "Ich habe mich nicht an Wahlstände gestellt. Ich bin durch meine Arbeit und privat in der ganzen Gemeinde unterwegs, da habe ich immer den direkten Draht zu den Menschen. Den will ich auch in Zukunft beibehalten. Das ist eine andere Nähe, ohne plumpen Respekt. Die Leute sprechen mich oft auf Probleme an, dadurch weiß ich, wo es hakt."
WOCHENBLATT: "Die anderen Kandidaten verteilen Flyer, haben z.T. riesige Plakate, präsentieren sich auf Veranstaltungen. Haben Sie da keine Angst, ins Hintertreffen zu geraten?"
Willi Cramer: "Für mich ist der Wahlkampf der anderen kein Leitfaden. Jeder muss das so machen, wie er sich wohlfühlt. Ich habe kein Geld für große Plakate, aber immer riesige Ideen."
WOCHENBLATT: "Wie sehen Sie Ihre Chancen?"
Willi Cramer: "Ganz ehrlich - darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich kämpfe dafür, dass ich Bürgermeister werde und möchte etwas verändern. Aber wenn es nicht klappt, dann mache ich weiter wie bisher."
WOCHENBLATT: "Danke für das Gespräch."