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"Keine wesentlichen Nachteile für die Bürger"

Präsentierte erste Ergebnisse aus dem Dialogprozess: Stephan Landau

Sweco präsentiert erste Ergebnisse aus dem Dialogforum zur Decatur-Brücke

kb. Seevetal. „Man muss nüchtern feststellen: Durch die Sperrung der Decatur-Brücke sind keine wesentlichen Nachteile für die Bürger entstanden.“ Dieser Satz von Bauamtsleiter Gerd Rexrodt, der jetzt im Wege- und Verkehrsausschuss fiel, dürfte vielen Bürgern in Hörsten und Maschen bitter aufstoßen. Müssen sie doch seit dem Wegfall der direkten Verbindung zwischen den beiden Orten teilweise erhebliche Umwege in Kauf nehmen, um Bahnhöfe, Kitas, Ärzte, Einzelhandelsgeschäfte oder Arbeitsplätze zu erreichen. Doch eines der ersten Ergebnisse aus dem vom Planungsbüro Sweco begleiteten Dialogverfahren, die jetzt von Sweco-Mitarbeiter Stephan Landau im Ausschuss präsentiert wurden, ist tatsächlich: Die Umwege sind zwar zu optimieren, aber grundsätzlich zumutbar, eklatante Nachteile gebe es durch die derzeitige Situation nicht.
In den vergangenen Wochen hat Sweco die 95 Einträge, die die Teilnehmer des Dialogforums zu den einzelnen Themen an die Pinnwände geheftet hatten, und die 60 ausgefüllten Fragebögen, die beim Dialogforum abgegeben wurden, ausgewertet und daraus erste Handlungsoptionen abgeleitet. Das Stimmungsbild in der Bevölkerung umfasse drei wesentliche Punkte, so Landau: „Es gibt eine emotionale Verbundenheit der Hörstener zu Maschen, die Bürger wünschen sich kurzfristig eine pragmatische Lösung sowie eine Abwägung der Verhältnismäßigkeit eines Brücken-Neubaus.“
Beim Thema Mobilität sei die Erreichbarkeit der Autobahn für die Hörstener ein Problem. Wünschenswert wäre zudem eine Optimierung des Wegenetzes und des ÖPNV, sowie der Parkplatzkapazitäten an den Bahnhöfen.
Wesentliches Ergebnis beim Themenfeld Wohnen und Nahversorgung: Grundsätzlich habe sich die Versorgungslage von Maschen und Hörsten nicht eklatant verschlechtert. Allerdings sei eine Veränderung im Einkaufsverhalten der Bürger zu erwarten. „Hier könnte eine Verlagerung in Richtung Meckelfeld stattfinden, zumindest was das Konsumverhalten der Hörstener angeht“, so Landau. Für den Maschener Einzelhandel sicher keine erfreuliche Aussicht.
Was kann kurzfristig zur Verbesserung der Situation getan werden? Dazu schlägt Sweco einige Sofortmaßnahmen vor, die schon in Arbeit bzw. in Prüfung sind: Live-Traffic-Dienste, die über den aktuellsten Stand der Umleitungen informieren, eine Verbesserung der ÖPNV-Verbindungen zum Bahnhof in Meckelfeld und die Einrichtung eines sogenannten „Kiss and ride“-Parkplatzes am Meckelfelder Bahnhof, an dem nur kurz gehalten und jemand abgesetzt bzw. abgeholt wird. Die Ausschilderung der Umleitungen wurde bereits verbessert.
Langfristig bleiben der Gemeinde Seevetal drei grundsätzliche Handlungsoptionen: Eine Wiederherstellung der alten Verbindung über den Rangierbahnhof Maschen, die Schaffung einer neuen Verbindung an anderer Stelle oder das Akzeptieren der Trennung von Maschen und Hörsten. Diese Handlungsoptionen sollen nun u.a. im Hinblick auf Machbarkeit und Kosten untersucht werden, danach erfolge eine Aufstellung von Zielvorgaben zur Bewertung der Optionen. „Noch vor der politischen Sommerpause soll dann das zweite Dialogforum für die Bürger stattfinden“, kündigte Stephan Landau an.
• Wer die Analyseergebnisse nachlesen will, findet sie online auf http://www.seevetal-verbinden.de .

Kommentar:

Abmoderation für Neubau?


Ergebnisoffen soll es sein, das Dialogverfahren zur Decatur-Brücke. Diesen Eindruck hatte man im Verkehrsausschuss jetzt nur bedingt. Die Aussagen von Bauamtsleiter Gerd Rexrodt klangen ein bisschen so, als wolle die Verwaltung einen Brücken-Neubau bzw. die Schaffung einer neuen Wegeverbindung zwischen Maschen und Hörsten jetzt schon abmoderieren. Vielleicht ist das Akzeptieren der räumlichen Trennung der Orte tatsächlich die günstigste und pragmatischste Lösung - doch um die Bürger auf diesem Weg mitzunehmen, sollte die Verwaltung nicht jetzt schon den Eindruck vermitteln, diese Option zu favorisieren.

Katja Bendig