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Kritik am Baumkontrollkataster: Grüne fordern Nachpflanzungen

Auch dieser stattliche Baum im Ortskern von Ramelsloh fiel der Motorsäge zum Opfer
kb. Seevetal. Diese Maßnahme hinterlässt in der ganzen Gemeinde ihre Spuren: Im Rahmen der Erstellung eines Baumkontrollkatasters werden derzeit über 200 Bäume in Seevetal gefällt. Nicht wenige von ihnen haben einen Umfang von mehreren Metern. Die Fällungen treffen nicht überall auf Verständnis. Im Ausschuss für Umweltschutz und Planung beschäftigte sich jetzt die Politik mit dem Thema. Anlass war ein Antrag der Grünen. Sie fordern u.a. Ersatzpflanzungen für alle gefällten ortsbildprägenden Bäume.
"Das Baumkontrollkataster ist sicher sinnvoll, aber aus Baumschutz darf auf keinen Fall ein Abholzprogramm werden", so Grünen-Vertreter Gerhard Nobis. Der Ist-Zustand an Bäumen in der Gemeinde müsse auf jeden Fall gehalten werden. Große, ortsbildprägende Bäume müssen an Ort und Stelle ersetzt werden. Dass das nicht nur eine Frage des Geldes ist, machte Pia Utermöhlen, Leiterin des Umweltreferats, deutlich. "Nicht überall, wo jetzt Bäume gefällt werden, ist ein Ersatz möglich", so Utermöhlen. Häufig ließen der Untergrund oder andere Standortfragen eine Nachpflanzung nicht zu. "Abgesehen davon reicht unser Budget derzeit nicht einmal dafür aus, die Bäume, die da sind, angemessen zu pflegen", erklärte Utermöhlen.
Insgesamt stehen in der Gemeinde Seevetal rund 12.000 Bäume, etwa 8.500 sind bisher im Baumkontrollkataster erfasst. Um die Bäume fachgerecht begutachten zu können, hat die Gemeinde einen eigenen Baumpfleger eingestellt. Dieser habe mit seinen bisherigen Einschätzungen immer richtig gelegen, so Utermöhlen. Was viele Bürger nicht wissen: Auch wenn der Baum von außen noch einen guten Eindruck macht, kann er von innen schon hohl sein. Das belegte die Verwaltung mit zahlreichen Bildern. Oft sind es nur kleine Anzeichen, an denen der Fachmann erkennt, dass ein Baum gefällt werden muss.
Dass der Verlust von ortsbildprägenden Bäumen dennoch möglichst auszugleichen ist, darüber waren sich die Ausschussmitglieder parteiübergreifend einig. "Wir sind eine grüne Gemeinde. Nachpflanzungen sollten, soweit möglich und finanzierbar, durchgeführt werden", so Norbert Fraederich von der CDU. Zunächst soll jetzt erst einmal geklärt werden, wo ortsbildprägende Bäume gefällt wurden, wo Ersatzpflanzungen möglich sind und was diese kosten würden. Auf dieser Grundlage soll dann weiter diskutiert werden.
Übrigens: Die Gemeinde Seevetal erzielt keine Erlöse aus dem Verkauf des Holzes der gefällten Bäume. Die Aufträge für die Fällungen von größeren Bäumen werden an Fremdfirmen vergeben. Diese behalten das Holz, dessen Wert wird von den entstehenden Kosten abgezogen.