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Lärmschutz kommt später

Ortsbürgermeisterin Angelika Tumuschat-Bruhn (li.) und Peter Behrend von der Deutschen Bahn informierten über das neue Gleis

Baumaßnahmen am Rangierbahnhof Maschen verzögern sich, weil die Finanzierung noch nicht geklärt ist

mi. Maschen. Die Verbesserung des Lärmschutzes für Anwohner des Maschener Rangierbahnhofs war jetzt Thema einer Infoveranstaltung mit Vertretern der Deutschen Bahn, zu der die Gemeinde Seevetal ins Dörpfshaus nach Hörsten eingeladen hatte. Hintergrund: Die Deutsche Bahn will den Rangierbahnhof an der Hörstener Seite um ein Gleis erweitern. Der Neubau verpflichtet den Konzern gleichzeitig zu umfassenden Lärmschutzmaßnahmen. So will es der Gesetzgeber.
Wann der Lärmschutz tatsächlich realisiert wird, das konnte Peter Behrend von der Rechtsabteilung der Deutschen Bahn den rund 60 anwesenden Bürgern jedoch nicht mitteilen. Zwar sei der Bau des Umfahrungsgleises durch das Eisenbahnbundesamt genehmigt worden, es fehlten aber die notwendigen Geldmittel von 36 Millionen Euro für den Bau des Gleises und des Lärmschutzes. Der Grund: Das Genehmigungsverfahren hätte sich in die Länge gezogen, das vorgesehene Finanzierungsprogramm sei mittlerweile ausgelaufen. Neue Mittel seien aber beim Bundesverkehrsministerium beantragt. Der für 2014/2015 angesetzte Bautermin ist damit, laut Peter Behrend, aber unwahrscheinlich. Der Bahnvertreter versprach, die Bahn werde die Anwohner rechtzeitig informieren. Die Dauer der Bauarbeiten werde dann, laut Behrend, ein Jahr betragen. Wo genau Lärmschutz errichtet wird, ist nach Aussage von Peter Behrend ebenfalls noch nicht im Detail geregelt. Die Genehmigung (Planfeststellung) des Eisenbahnbundesamtes gelte nur für eine zwei Kilometer lange und fünf Meter hohe Lärmschutzwand auf der Hörstener Seite der Bahnhofs. Ob auf der Maschener Seite ebenfalls eine vier Meter hohe Schutzwand gebaut werden kann, darüber müsse das Eisenbahnbundesamt noch befinden. Der Grund: In der Behörde gibt es Unstimmigkeiten, ob der Lärmschutz nur auf den beiden Seiten neuen Umfahrungsgleises zuzulassen ist, oder ob die Lärmschutzwand an der südöstlichen Seite des neuen Gleises nicht auch an das südöstliche Ende des Bahnhof verlegt werden könnte, um die Anwohner von Maschen und Meckelfeld effektiv vor dem Lärm des gesamten Rangierbahnhofs zu schützen und nicht nur vor den Emissionen des neuen Gleises. "Den Lärmschutz an die Maschener Seite des Bahnofs zu verlegen, ist sinnvoll. Ich bin zuversichtilich, dass die Genehmigung dafür noch in diesem Jahr erfolgt", so Peter Behrend. • Im Rathaus der Gemeinde Seevetal in Hittfeld und bei Ortsbürgermeisterin Angelika Tumuschat-Bruhn können Anwohner ab sofort in einer Liste einsehen, ob sie einen Anspruch auf passiven Lärmschutz haben.