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"Manch einer hat sich schon tot gespart": Gemeinderat Seevetal segnet Haushalt ab

Ob die ein oder andere Investition künftig dem Rotstift zum Opfer fällt? Im Hittfelder Rathaus wird künftig ganz genau gerechnet (Foto: oh)
kb. Seevetal. Trotz eher düsterer Aussichten: Der Gemeinderat Seevetal hat in seiner letzten Sitzung in diesem Jahr den Haushalt für 2014 abgesegnet. Wie berichtet, wird sich die Gemeinde im kommenden Jahr um weitere 6,5 Milionen Euro verschulden, u.a. um den Neubau des Sportzentrums in Fleestedt zu finanzieren. Die Pro-Kopf-Verschuldung erhöht sich damit von 329 Euro auf 455 Euro.
Mit Blick in die Zukunft mahnte daher nicht nur Norbert Böhlke (CDU) zum Maßhalten. "Wir sind als Rat gefordert, Verantwortung zu übernehmen und sehr sorgsam mit den Steuergeldern umzugehen", so Böhlke. Künftig müssten Prioritäten gesetzt werden.
Dass nur sparen allein nicht reicht, machte Klaus-Dieter Kirchhoff (SPD) deutlich. "Wir müssen uns als Gemeinde weiterentwickeln. Wir können nicht sagen, wir haben kein Geld, wir bleiben stehen", so Kirchhoff. Es ginge jetzt darum zu schauen, wo sich die Einnahmen erhöhen ließen, ohne die Bürger allzu stark zu belasten.
Den Grünen bereitete weniger der aktuelle Haushalt als die mittelfristige Planung bis 2017 Kopfschmerzen. "Da steht vieles drin, was in den vergangenen Jahren einfach nach hinten geschoben wurde", so Kay Kelterer. "Wir müssen kritisch schauen, was wir davon umsetzen wollen."
Die Freie Wählergemeinschaft konnte sich nicht dazu durchringen, dem Haushalt zuzustimmen. "Wir warnen seit vielen Jahren vor falschen Ausgaben, hier passt vieles nicht zusammen", so Gerd Krümmel. Diese Haltung teilte Axel Bittner (Die Linke). Die Prioritäten im Haushalt seien falsch gesetzt. "Es fließen Millionen in Sportprojekte, aber für Ganztagsschulen und Infrastruktur bleibt kein Geld", kritisierte Bittner.
Das letzte Wort zum Haushalt hatte Bürgermeisterin Martina Oertzen. Der Ansatz für 2014 sei solide, doch trotz guter Einnahmen reiche das Geld einfach nicht, fasste sie die Situation zusammen. "Wir müssen uns die Maßnahmen bis 2017 genau ansehen, aber manch einer hat sich auch schon tot gespart", so Oertzen.