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Neues Seniorenzentrum in Hittfeld: Noch ist alles offen

Der Entwurf von Senectus, hier das zentrale Gebäude, in dem die stationäre Pflege untergebracht ist, ist der Favorit der Freien Wähler (Foto: Senectus GmbH)
kb. Hittfeld. Wer bekommt den Zuschlag für die geplante Seniorenwohnanlage in Hittfeld? Um der Antwort auf diese Frage etwas näher zu kommen, fand kürzlich ein „ratsoffenes Gespräch“ mit den Vertretern der vier Bewerber - AWO, Johanniter, Senectus und die Specht Gruppe sowie Gemeinde- und Ortsratsmitgliedern statt. Die Investoren bekamen erneut die Möglichkeit, ihre Konzepte für das bis zu zwei Hektar große Gelände im südlichen Bereich des Neubaugebietes „Am Göhlenbach“ zu präsentieren und für ihre Pläne zu werben.
Das ist in groben Zügen geplant: Die gemeinnützige AWO will ca. 75 Wohnungen für betreutes Wohnen, 60 Plätze in der stationären Pflege, 15 bis 20 Tagespflege-Plätze und eine Kita schaffen. Die Wohnanlage der ebenfalls gemeinnützigen Johanniter-Unfall-Hilfe umfasst eine Tagespflege mit rund 82 altersgerechten Wohnungen und 77 Wohnungen im Bereich „Service-Wohnen“ . Hinzu kommt ebenfalls eine Kita. Einen „Seniorenwohnpark Göhlenbach“ mit 72 Service-Wohnungen, 15 Plätzen in der Tagespflege, ca. 75 Plätzen in stationären Wohngruppen und eine Kita plant die Senectus GmbH aus Hamburg. Die Specht Gruppe aus Bremen plant einen „Campus für ältere Menschen“ mit insgesamt 50 bis 70 Wohnungen, 72 Pflegeplätzen, acht Bungalows oder alternativ Geschoss-Wohnungsbau mit rund 20 Wohnungen. Auch Tagespflege-Plätze und eine Kita sind geplant.
Das WOCHENBLATT hat nachgefragt: Wie lautet das Fazit in den Gemeinderats-Gruppen bzw. -Fraktionen? Gibt es vielleicht schon einen Favoriten?
„Wir haben intensiv diskutiert und so wie es aussieht, wird es für uns auf zwei Favoriten hinauslaufen“, sagt Norbert Fraederich, stv. CDU-Fraktionsvorsitzender. Wichtig ist ihm: „Wir wollen das Thema möglichst schnell angehen und noch offene Fragen zügig klären, denn die Bürger warten seit vielen Jahren darauf, dass endlich etwas passiert.“ Die CDU will bis Ende dieses Monats Auskünfte über die noch offenen Fragen bei den Investoren einholen. Dabei geht es u.a. um die Finanzierungskonzepte, auch im Hinblick auf den Ankauf der Fläche. „Wir müssen genau klären, welche Kosten eventuell noch auf die Gemeinde zukommen“, so Fraederich. Für ihn steht fest: „Wir wollen das volle Programm und werden für die beste aller Möglichkeiten stimmen.“
Auch die SPD will noch keinen konkreten Favoriten nennen, hat sich aber schon auf zwei Konzepte geeinigt, die noch im Rennen sind. „Wir sind uns allerdings noch nicht ganz einig, welcher Investor für uns auf Platz eins steht“, sagt der Fraktionsvorsitzende Klaus-Dieter Kirchhoff.
Bei den Freien Wählern ist man da einen Schritt weiter. „Wir tendieren zu Senectus“, sagt der Fraktionsvorsitzende Willy Klingenberg. „Für uns überzeugt dieser Entwurf letztlich am ehesten.“ Die übrigen Pläne geraten vor allem durch ihre Architektur in die Kritik der Freien Wähler. „Teilweise ist die Bebauung einfach zu mächtig, das würde nicht ins Ortsbild passen“, so Klingenberg.
„Wir haben zwar schon einen Favoriten, aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen“, sagt Knut-Michael Wichalski, Fraktionsvorsitzender der AfD. „Vorher sind noch weitere Fragen zu beantworten, außerdem werden wir noch Referenzprojekte besichtigten“, so Wichalski. Insgesamt sei festzustellen, dass alle Projekte von hervorragender Qualität seien, was eine Entscheidung schwer mache. „Wir freuen uns aber, dass die Besiedlung des 'Göhlenbach Areals' auf sehr großes Interesse in der Bevölkerung trifft, wird doch die letzte Grünfläche in Hittfeld durch diese Planung tangiert und quasi ein neuer Ortsteil geplant und entwickelt.“