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"Rechten keine Plattform bieten": Flüchtlingshelfer rufen zum Demo-Boykott auf

kb. Hittfeld. In viele Seevetaler Briefkästen flatterte jetzt ungefragt eine Einladung zu einer Demonstration am kommenden Samstag hinter der Gemeindeverwaltung. Thema soll laut Flugblatt die Sicherheitslage in Seevetal und Deutschland sein. Verfasst wurde das Schreiben von Dr. Rigolf Hennig. Der rechtsextreme Publizist und Antisemit aus Verden, der einige Jahre für die NPD im Verdener Stadtrat und im Kreistag des Landkreises Verden saß, wurde bereits wegen Volksverhetzung und schwerer Verunglimpfung des Staates verurteilt. Seine kruden Ideen veröffentlicht der Mediziner regelmäßig in Organen der extremen Rechten.
Auch in der Einladung zur Demonstration spart Hennig nicht mit rechtsextremen und rückwärtsgewandten Ansichten. So wird u.a. vor einer "Umvolkung Deutschlands" gewarnt und eine patriotisch-europäisch ausgerichtete Politik gefordert, bei der die Förderung der Familie an erster Stelle steht. "Eine Fortsetzung der jetzigen Politik bedeutet baldigen Bürgerkrieg und Völkermord", heißt es in dem Pamphlet.
Wie Gemeindesprecher Andreas Schmidt bestätigt, wurde für Samstag tatsächlich eine Demonstration von einem Seevetaler Bürger angemeldet. Eine Gegenveranstaltung ist derzeit nicht geplant. "Wir möchten die Bevölkerung dazu aufrufen, die Demonstration am Samstag vor dem Hittfelder Rathaus zu meiden und die Rechtsextremen so zu isolieren", so Gerrit Krüger von der Flüchtlingsinitiative "Hittfeld hilft". Eine Gegendemonstration schaffe zu viel Aufmerksamkeit. "Wir wollen diesen Menschen keine zusätzliche Plattform für ihre kruden Theorien bieten", sagt Krüger. Das Ziel der Flüchtlingsinitiativen sei es, Asylsuchende in die Gesellschaft zu integrieren. Was in vielen Fällen gut funktioniere. "Leider müssen wir aber feststellen, dass es teilweise unsere eigenen Landsleute sind, die noch 70 Jahre nach Kriegsende Rassenideologien des Dritten Reiches vertreten. Bei diesen Menschen haben wir versagt", so Krüger.