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Senioren-Anlage in Hittfeld: Vier Konzepte liegen vor

Das Seniorenzentrum (hier eine erste Vorplanung) ist im südlichen Teil des Wohngebietes geplant (Foto: Gemeinde Seevetal)
 
Noch sieht man nur grüne Wiese - wann der Baubeginn am Göhlenbach sein könnte, liegt vor allem daran, wie schnell die Politik jetzt Entscheidungen fällt (Foto: kb)
kb. Hittfeld. „Früher kamen viele junge Familien in meine Sprechstunde und fragten nach Krippen- und Kitaplätzen, heute sind es fast nur Senioren, die wissen wollen, wo sie leben können, wenn Sie die eigenen vier Wände verlassen müssen.“ Die Situation, die Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen jetzt auf der gemeinsamen Sondersitzung des Ausschusses für Planung und Umwelt und des Ortsrates Hittfeld schilderte, machte deutlich, wie dringend seniorengerechte Wohnungen, Seniorenpflegeeinrichtungen und Konzepte für betreutes Wohnen in Seevetal benötigt werden. Vor einiger Zeit wurde deshalb beschlossen, im Rahmen des geplanten Neubaugebietes „Nördlich Göhlenbach“ auch eine Art Seniorenzentrum samt Kita anzusiedeln. Auf der Sitzung am Montag präsentierten vier Bewerber - AWO, Johanniter, Senectus und die Sprecht Gruppe - ihre Konzepte für das bis zu zwei Hektar große Gelände im südlichen Bereich des Neubaugebietes. Ursprünglich beworben hatten sich neun Investoren und Betreiber, aus diesem Pool hatte der Planungs- und Umweltausschuss eine Vorauswahl getroffen.

Die Konzepte:


• Die gemeinnützige AWO betreibt in Seevetal bereits zwei Kindertagesstätten. Am Göhlenbach sollen ca. 75 Wohnungen für betreutes Wohnen, 60 Plätze in der stationären Pflege, 15 bis 20 Tagespflege-Plätze und eine Kita mit drei Gruppen entstehen. Ein ambulanter Pflegedienst soll sich zunächst um die Betreuung der Bewohner der Einrichtung, später eventuell aber auch um Senioren in ganz Seevetal kümmern. Geplant ist außerdem ein Café, das gleichzeitig eine Begegnungsmöglichkeit zwischen den Senioren und dem Ort darstellen soll. Im Hinblick auf die architektonische Gestaltung zeigte sich die AWO offen und gesprächsbereit. Man wolle Anwohner, zukünftige Nutzer und Politik gerne in einem Beteiligungsprozess einbinden. Insgesamt rechnet die AWO mit einer Gesamtinvestition von rund 26,5 Millionen Euro zuzüglich Grundstückskosten. Die AWO will sowohl als Investor als auch als Betreiber der Anlage auftreten.

• Die Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. ist ebenfalls gemeinnützig. Ihre Anlage in Hittfeld würde über einen Investor finanziert werden, die Johanniter würden als Betreiber der Einrichtung auftreten. Angedacht sind eine Tagespflege mit 82 altersgerechte Wohnungen und 77 Wohnungen im Bereich „Service-Wohnen“, in denen die Senioren bestimmte Dienst- und Pflegeleitungen dazu buchen können, aber nicht müssen, aufgeteilt in zwei Gebäude. Die Bauweise soll maximal dreigeschossig mit Staffelgeschoss ausfallen. Hinzu kommt eine Kita mit ebenfalls drei Gruppen.

• Einen „Seniorenwohnpark Göhlenbach“ plant die Senectus GmbH, vertreten von Torsten Rieckmann, der in Seevetal für seinen ehemaligen Arbeitgeber Kervita bereits die Seniorenanlage in Meckelfeld realisiert hat. Senectus plant 72 Service-Wohnungen in sechs Objekten, 16 Plätze in der Tagespflege, 60 bis 70 Plätze in stationären Wohngruppen und eine Kita mit drei Gruppen. Ziel: ein lebendiges Quartier, das offen für Begegnung ist. Geplant sind auch Veranstaltungen und eine Cafeteria. Senectus will sowohl als Investor und auch Betreiber auftreten.

• Die Specht Gruppe aus Bremen ist Projektentwickler und will die Anlage in Hittfeld, bis auf die Kita, auch selbst betreiben. Entstehen soll ein „Campus für ältere Menschen“ mit insgesamt 50 bis 70 Wohnungen, 72 Pflegeplätzen, acht Bungalows oder alternativ Geschoss-Wohnungsbau mit rund 20 Wohnungen. Auch Tagespflege-Plätze, eine Art Restaurant und eine Kita mit zwei oder drei Gruppen sind geplant.

Bis auf die AWO, die nur Mietwohnungen, darunter auch Sozial-Wohnungen plant, wollen alle Bewerber Miet- und Kaufobjekte anbieten. Die Kosten für die Pflegeplätze werden bei allen Einrichtungen in etwa gleich sein, da diese weitestgehend gesetzlich geregelt sind. Die Politik will die Konzepte nun zunächst in den Fraktionen beraten. Für interessierte Bürger stehen die Unterlagen der Bewerber auf der Homepage der Gemeinde über http://www.seevetal.de zur Verfügung.