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Thomas Fey ist neuer Ortsbürgermeister in Hittfeld / Kritk an Wahlausgang

Das neue Hittfelder "Führungs-Trio": Ortsbürgermeister Thomas Fey (Mitte) und seine Stellvertreter Frauke Bai und Gerhard Nobis
 
Schied nach 23 Jahren aus dem Amt als Ortsbürgermeister aus: Norbert Fraederich
kb. Hittfeld. Wie sich bereits im Vorfeld herauskristallisierte, wurde Thomas Fey (72, Freie Wähler) am Dienstag mit den Stimmen der Freien Wähler, der SPD und der Grünen zum neuen Ortsbürgermeister von Hittfeld gewählt. Sein Vorgänger Norbert Fraederich (CDU) war nicht erneut zur Wahl angetreten, nachdem klar war, dass Freie Wähler, SPD und Grüne - und damit die Ortsratsmehrheit - sich auf einen anderen Kandidaten geeinigt hatten. Stattdessen nominierte die CDU Karsten Friedling (48). Der fand jedoch erwartungsgemäß keine Mehrheit. Auch die Posten des ersten und zweiten Stellvertreters teilten Freie Wähler, SPD und Grüne unter sich auf. Erste Stellvertreterin wurde Frauke Bai (SPD), zweiter Stellvertreter Gerhard Nobis (Grüne).
"Das ist doch ein abgekartertes Spiel!" Die Reaktionen aus der Zuhörerschaft nach der Wahl fielen zum Teil deutlich aus. Während sowohl Norbert Fraederich wie auch der Rest der CDU die Entscheidung mit Fassung trugen, hagelte es in der Einwohnerfragestunde Kritik. "Warum unterstützen Sie nicht, dass sich junge Menschen einbringen wollen?", so eine Bürgerin. "Ich hätte mich gefreut, wenn das Amt des Bürgermeisters in jüngere Hände gegeben worden wäre", äußerte ein anderer Hittfelder.
Für Unmut sorgte auch, dass nicht der Kandidat, der bei den Kommunalwahlen mit Abstand die meisten Stimmen geholt hatte, nämlich Fraederich (926 Stimmen), sondern Thomas Fey (198 Stimmen) zum Ortsbürgermeister gewählt wurde.
Fey selbst bat um Geduld. Er müsse sich nun erst einmal einarbeiten. "Ich denke aber, wir werden ein gutes Team sein", so Fey, der seit 1975 in Hittfeld lebt und dort ein Antiquitäten- und Einrichtungsgeschäft betreibt.
Dies sei sicher kein Anlass sich zu freuen, aber auch kein Grund in Trübsal zu verfallen, so Norbert Fraederich zu seinem Abschied aus dem Amt. "Ich habe mich immer gern für alle Menschen im Ortsratsbereich eingesetzt und wäre gerne weiter Ortsbürgermeister geblieben", so Fraederich. Er scheide jedoch mit einem guten Gefühl und Zufriedenheit aus dem Amt aus. Gleichzeitig mahnte er, dass noch vieles zu erledigen sei: "Wir müssen Hittfeld für junge Leute attraktiv gestalten und gleichzeitig Wohnmöglichkeiten für Senioren schaffen."
Darauf, ob im Ortsrat Arbeitsgruppen zum Thema "Zum 100-jährigen" und zur Verkehrssituation in der Kirchstraße gegründet werden, wollten sich die Vertreter der Parteien noch nicht einigen. Diese Frage soll in einer der nächsten Sitzungen geklärt werden. Einstimmig wurde hingegen für den Antrag der CDU-Fraktion votiert. Sie forderte eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit für die Emmelndorfer Straße zwischen Lindenstraße und Bahnhofstraße. In dem Bereich kreuzen täglich viele Kinder auf ihrem Schulweg die Straße, aus Richtung Hittfeld gilt hier bereits Tempo 50, aus Richtung Emmelndorf hingegen Tempo 100. Das soll nun geändert werden. Sobald die zuständige Verkehrsbehörde zustimmt, soll die Geschwindigkeit in beide Richtungen auf Tempo 50 gedrosselt werden.

Kommentar:

Neue Besen kehren gut?

Mit 72 Jahren ist Thomas Fey politisch gesehen ein Neuling. Das merkte man ihm auf der Ortsratssitzung auch deutlich an. Ob das die beste Voraussetzung ist, um Hittfeld und den übrigen Ortsratsbereich für die Zukunft aufzustellen und Auseinandersetzungen in schwierigen Fragen, wie z.B. der Umgestaltung der Ortsmitte, in konstruktive Bahnen zu lenken, bleibt die Frage. Ebenso spannend wird sein, ob es Fey gelingt, eigene Akzente zu setzen, oder ob es der Vorsitzende der Freien Wähler, Willy Klingenberg, bleibt, der ihm - wie auf der Ortsratssitzung jetzt zu beobachten - weiter fleißig souffliert. Katja Bendig