Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Wehret den Anfängen: Anwohner in Hittfeld befürchten Gewerbegebiet direkt vor der Haustür

Wollen gemeinsam mit ihren Nachbarn gegen das Gewerbegebiet kämpfen (v. li.): Peter Schmidt, Doris Esselmann, Holger Heinzel, Bärbel Schmidt, Renate Johannsen und Andreas Stephani (Foto: privat)
kb. Hittfeld. Es ist kein Geheimnis, dass es in Seevetal an Gewerbeflächen mangelt. Der Ausbau des Hittfelder Gewerbegebietes "Am Bauhof" und die geplante Erweiterung des "Beckedorfer Bogens" reichen nicht aus, um die große Nachfrage zu befriedigen. Der Standort Seevetals vor den Toren Hamburg und die gute Autobahnanbindung sind für viele Unternehmen nur zwei von vielen Gründen, sich in der Gemeinde niederzulassen. Und für die Gemeinde sind neue Betriebe willkommene Steuerzahler.
Doch darf man potenzielle Flächen um jeden Preis für Gewerbeansiedlungen nutzen? Nein, finden die Anwohner "Am Radeland" und der Straße "Graubergen" am Ortseingang von Hittfeld. Bisher von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, steht hier in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung ein neues Areal für Gewerbeflächen zur Debatte. Derzeit handelt es sich um landwirtschaftlich genutzte Flächen. Die besondere Brisanz: Die Straße "Graubergen", an der die Gewerbefläche geplant ist, ist Überbleibsel des Rückbaus der K39 (Kleckener Straße) im Zuge des Baus der Westumfahrung Hittfeld. Kommt das Gewerbegebiet müsste eine neue Erschließungsstraße gebaut werden.
Für die Anwohner kaum nachvollziehbar. "Erst bauen Landkreis und Gemeinde die Straße zurück und jetzt soll an selber Stelle wieder eine neue Straße entstehen?", wundert sich auch Holger Heinzel. Er und seine Nachbarn befürchten zudem erhebliche Lärmbelästigung. Dabei hatten Nachbarn für den Bau der Westumfahrung Hittfeld sogar Land abgegeben, unter dem Versprechen, dass es künftig ruhiger werden würde.
Die mögliche Entwicklung der Gewerbefläche findet auf Initiative des Eigentümers des Areals statt, im informellen Handlungskonzept der Gemeinde ist es bereits als Fläche "k" enthalten. Die Verwaltung lobt in der Vorlage zur "19. Änderung des Flächennutzungsplanes und Bebauungsplans Hittfeld 42 Graubergen" die gute Erreichbarkeit der Fläche und die Lage in direkter Nähe zur A1. Laut Vorlage soll dort "kleinflächiges, in seinem Nutzungsspektrum eingeschränktes Gewerbe" angesiedelt werden. Wie Fred Patzwaldt, Leiter der Planungsabteilung, auf Nachfrage mitteilt, steht noch nicht fest, welche Betriebe dort ansässig werden könnten und ob diese in Bezug auf die nahe Wohnbebauung zulässig wären. Auch ein Zeitfenster für die Planung gebe es derzeit nicht. "Das hängt von der konkreten Nachfrage ab", so Patzwaldt. Eine Fortsetzung des Bebauungsplan-Verfahrens ohne nähere Kenntnis über die anzusiedelnden Betriebe werde es nicht geben.
Ein Umstand, der die Anwohner wenig beruhigt. Kann sich die Situation doch schnell ändern, sobald konkrete Anfragen vorliegen. Um ihre ablehnende Haltung gegenüber den Planungen deutlich zu machen, haben sie sich zusammengetan und eine Unterschriftenliste bei der Gemeinde abgegeben. Zudem haben sie Einwendungen gegen den Bebauungsplan vorgebracht. Ihr Ansatz: Wehret den Anfängen. "Wer weiß schon, was da gebaut werden soll und was unter Umständen noch folgt", sagt Holger Heinzel.