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Wohin mit der Straße? Neues Wohngebiet in Hittfeld sorgt weiter für Diskussionen

Die aktuelle Planzeichnung: Die beiden südlich gelgenen Standorte für das Feuerwehrhaus sind vom Tisch, strittig ist der Verlauf der Erschließungsstraße (Foto: Gemeinde Seevetal)
kb. Seevetal. Kommunikation und Fingerspitzengefühl scheinen in Seevetals Verwaltung manchmal Mangelware: Dieser Eindruck wurde jetzt auf der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses der Gemeinde erweckt. So hätte man nach einem kurzen Telefonat zwischen den beteiligten Abteilungen oder einem Gespräch auf dem Flur sicher feststellen können, dass sich zwei der drei genannten Standorte für das neue Feuerwehrgerätehaus in Hittfeld auf ökologisch besonders wertvollen Flächen befinden. Und vielleicht hätte man die Erschließungsstraße zum geplanten Wohngebiet "Nördlich Göhlenbach" auch nicht dort eingezeichnet, wo alle politischen Parteien sie ablehnen. Diese Punkte führten auf der Sitzung zu reichlich Diskussionen. Aber von vorn:
Erneut stand im Umwelt- und Planungsausschuss das umstrittene Wohngebiet nördlich der Straße "Am Göhlenbach" auf der Tagesordnung. Auf besonderes Interesse stieß dabei das Ergebnis der Biotopkartierung: Im Bereich des eingeplanten Grüngürtels direkt am Göhlenbachtal wurden Pflanzen gefunden, die auf der Roten Liste stehen: Sumpfdotterblume, Schlangenwiesenknöterich und sibirische Schwertlilie - allesamt schützenswert. Auch ein Areal Flutrasen, ein Feuchtgebüsch und Altbaumbestand wurden festgestellt. Ergebnisse, die die Grünen darin bestärken, den unbedingten Erhalt des Grüngürtels zu fordern. "Wir sollten diese Fläche langfristig schützen", so Gerhard Nobis. "Der Grünzug sollte endlich durchgängig zu einer Natur- und Erholungslandschaft gestaltet werden", ergänzte Grünen-Parteikollege Gerd Otto Kruse.
Nicht nur das Ergebnis der Biotopkartierung führte dazu, dass alle im Ausschuss vertretenen Parteien die beiden vorgeschlagenen Standorte für das neue Feuerwehrhaus, die sich im Gebiet des Grüngürtels befinden, ablehnten. Übrig bliebe damit bei der Suche nach gemeindeeigenen Flächen nur ein Areal auf dem jetzigen Meyermannshof. Als nächster Schritt soll nun geprüft werden, ob sich nicht ein geeigneterer Standort auf einer privaten Fläche befindet.
Was die Erschließungsstraße, die im aktuellen Planungsentwurf so eingezeichnet ist, dass sie an die Straße "Am Göhlenbach" anschließt und damit den Grüngürtel durchschneidet, wurde Bauamtsleiter Gerd Rexrodt nicht müde zu betonen, dass es sich dabei lediglich um eine Arbeitsgrundlage handele. Ursprünglich sollte das Baugebiet über die Straße Meyermannsweg erschlossen werden. Weil nach neuen Erkenntnissen aber das Regenrückhaltebecken verlegt werden muss und damit der geplanten Lösung räumlich in die Quere käme, muss eine neue Idee her. Die eingezeichnete Variante stieß auf wenig Gegenliebe, war sie doch schon in früheren Planungsphasen von allen Parteien abgelehnt worden. "Es muss auch eine andere Lösung für die Straße geben", so Gerhard Nobis.
Fest steht wohl, dass die Gemeinde das Wohngebiet in Eigenregie erschließen wird. Damit ist auch eine Art "Einheimischenregelung" denkbar, bei der Seevetaler Kauf-Interessenten zu einem gewissen Grad bevorzugt behandelt werden.