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Wohnungsbaugesellschaft: Seevetal sagt ja / In Buchholz bleibt es spannend

kb/os. Seevetal/Buchholz. Seevetal tritt der Kommunalen Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis Harburg (KWG) bei. Das hat der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig entschieden. Freie Wähler und AfD beteiligten sich nicht an der Abstimmung. Vorausgegangen war erneut eine längere Diskussion. Alle Fraktionen waren sich darin einig, dass in Seevetal dringend bezahlbarer Wohnraum benötigt wird - doch über den Weg dorthin gab es Unstimmigkeiten. "Ich bin vehementer Gegner der Beteiligung der Verwaltung an wirtschaftlichen Vorgängen. Die öffentliche Hand sollte sich da raushalten", sagte Knut-Michael Wichalski, Fraktionsvorsitzender der AfD. Als abschreckende Beispiele nannte er u.a. den Berliner Flughafen BER und die Elbphilharmonie. Wichalski zeigte sich überzeugt davon, dass bezahlbarer Wohnraum auch in Zusammenarbeit mit bereits auf dem Markt tätigen Wohnungsbaugenossenschaften geschaffen werden können. Er habe bereits Gespräche mit interessierten Genossenschaften geführt.
Die Freien Wähler kritisierten erneut vor allem die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung. "Das können wir so nicht abstimmen, wir brauchen belastbare Zahlen", so Fraktionsvorsitzender Willy Klingenberg. CDU, FDP, SPD und die Gruppe Grüne/Linke sahen vor allem die Chancen, die eine kreisweite Wohnungsbaugesellschaft bietet. "Für uns überwiegen eindeutig die Chancen, auch wenn die Wohnungsbaugesellschaft sicher kein Allheilmittel ist", so CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Kurt von Pannwitz. Es werde nun darauf ankommen, die Entwicklung weiter aktiv zu begleiten.
• Ob Buchholz der WBG beitritt, ist dagegen noch nicht sicher. Der Finanzausschuss empfahl am Donnerstagabend nur mit knapper Mehrheit (SPD, Grüne, AfD) die Beteiligung der Stadt. Drei von vier CDU-Ausschussmitgliedern votierten gegen die Pläne, CDU-Mann Michael Kittlitz enthielt sich, die FDP stimmte gegen die Beteiligung. Auch die Buchholzer Liste enthielt sich, weil sie ihre Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen hat.
Der Abstimmung war eine lange, sachliche Diskussion vorausgegangen. Die CDU sah zwar die Notwendigkeit, über die KWG günstigen Wohnraum auch in der Nordheidestadt zu schaffen. Sie machte ihr Ja aber von der Zustimmung des Ausschusses zu einem Änderungsantrag abhängig. Darin forderten die Christdemokraten, mit der Beteiligung an der KWG die Planungen für eine stadteigene Wohnungsbaugesellschaft aufzugeben. Diesen Antrag lehnte der Ausschuss mehrheitlich ab.
Über die Beteiligung entscheidet der Stadtrat abschließend in seiner Sitzung am Dienstag, 4. April.