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"Wollen ein faires Verfahren": Verkehrsminister Lies informiert sich zur geplanten Raststätte Elbmarsch

Minister Olaf Lies (li.) hört sich die Bedenken von Rainer Weseloh, Vorstandsmitglied der BI, an. Im Hintergrund: Landrat Rainer Rempe und Bürgermeisterin Martina Oertzen
kb. Meckelfeld. "Wir fühlen uns verraten und verkauft", mit diesen Worten machte Seevetals Bügermeisterin Martina Oertzen in der vergangenen Woche gegenüber Niedersachsens Verkehrsministier Olaf Lies noch einmal sehr deutlich, wie Seevetal und insbesondere Meckelfeld die Pläne für die Mega-Raststätte an der A1 sehen. Lies traf sich am Seevedeich in Meckelfeld mit der Bürgerinitiative (BI) gegen die Raststätte Elbmarsch, um sich vor Ort ein Bild von den Gegebenheiten zu machen. Beim Treffen dabei waren auch Vertreter aller politischer Parteien der Gemeinde, vom örtlichen Mittelstands- und Gewerbeverein und Landrat Rainer Rempe.
Rempe kritisierte den Ablauf der Standortsuche für die Raststätte scharf. "Es hat keine vernünftige Abwägung stattgefunden", so Rempe. Es sei völlig unbefriedigend und unfair wie hier mit dem Landkreis und der Gemeinde Seevetal umgegangen wurde. "Der geballte Widerstand gegen die Raststätten-Pläne mit 6.400 Einwendungen sprechen eine eindeutige Sprache", so Rempe. Auch Martina Oertzen prangerte das Ungleichgewicht in der Bewertung von Hamburger und Seevetaler Interessen an. "Wir führen hier jahrelang Gespräche und dann sind wir doch nur die Hilfsarbeiter", so Oertzen.
Lies reagierte mit viel Verständnis auf die Sorgen und den Ärger der Seevetaler. Auch er kritisierte den Verlauf der Standortwahl, besonders im Hinblick auf das Bestreben Hamburgs auf der Fläche Neuland 23, die aufgrund von Naturschutzbelangen zunächst nicht für die Ansiedlung einer Raststätte geeignet schien, einen Logistikstandort zu entwickeln. "Die Entscheidung über den Standort muss eine Grundlage haben, die nicht willkürlich ist", so der Minister. Es müsse noch einmal genau geprüft werden, inwieweit Neuland 23 aber auch die Erweiterung der Rastanlage Stillhorns doch infrage kämen, um den Parkplatzbedarf für den Lkw-Verkehr zu befriedigen. Auch die Erweiterung von bereits bestehenden Autohöfen sei eine Alternative. "Das Argument des Bundes, er habe keinen Zugriff auf Autohöfe, lasse ich nicht gelten. Dann muss man eben entsprechende Verträge schließen", so Lies.
Gegen den Standort Meckelfeld spreche außerdem die Aussicht auf ein langes Klageverfahren gegen den Planfestellungsbeschluss. "Wir gehen nicht davon aus, dass die Rastanlage hier vor Ort in eine Zeitraum vor zehn Jahren gebaut werden könnte", sagte Lies. Für Meckelfelds Bestreben, die Rastanlage zu verhindern, spreche außerdem, dass die Gemeinde selbst seit 20 Jahren darauf verzichtet bereits ausgewiesene Gewerbeflächen in unmittelbarer Nähe zu entwickeln, um Mensch und Natur nicht noch weiter zu belasten.
Der BI versprach Lies in engem Kontakt zu bleiben. Der nächste Schritt im Planverfahren sei der Erörterungstermin frühestens im Herbst, für dessen Vorbereitung der Minister Unterstützung zusagte. "Wir wollen ein faires Verfahren", so Lies. Die Metropolregion sei weniger der Speckgürtel, als der Muskel von Hamburg. "Die Hansestadt ist auf eine starke Region angewiesen. Sie müssen sich nicht kleinmachen."