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"Zugang ist unerlässlich": Positionspapier der Deutschen Bahn zur Decatur-Brücke

Wenn es nach den Wünschen der DB geht, würde die Decatur-Brücke am jetzigen Standort neu gebaut
kb. Seevetal. Wie geht es weiter mit der Decatur-Brücke? In der kommenden Woche beschäftigt sich der Wege- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Seevetal erneut mit der derzeit vollgesperrten Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen. Wie zuletzt berichtet, könnte ein Brückenneubau bis zu 74 Millionen Euro kosten. Selbst nach Abzug möglicher Fördergelder bliebe die Gemeinde Seevetal auf etwa 40 Millionen Euro Kosten sitzen. Etwa 30 Millionen Euro müsste die Gemeinde voraussichtlich investieren, wenn sie nur eine "halbe" Brücke baut, die der Bahn die Zufahrt zu ihrem Werksgelände ermöglicht.
Dass sie eine solche Zufahrt fordert, macht die DB jetzt noch einmal in einem Positionspapier deutlich. "Für die DB ist es unerlässlich, dass ein kreuzungsfreier Zugang zum Betriebsgelände durch eine sanierte Decatur-Brücke oder eine neues Bauwerk dauerhaft sichergestellt wird", heißt es in dem Schreiben. Ein Abriss der Brücke ohne Ersatz hätte erhebliche Auswirkungen auf die Betriebsabläufe. "Das derzeit bestehende Betriebsprogramm könnte dann nicht mehr abgewickelt werden", so die DB. Laut Deutscher Bahn werden in Maschen derzeit rund 1.000 Wagen pro Tag rangiert, durchschnittlich 37 Züge am Tag verbinden den Hamburger Hafen direkt mit dem Rangierbahnhof Maschen. Insgesamt arbeiten auf dem Rangierbahnhof Maschen rund 700 Menschen.
Für die Deutsche Bahn steht fest, dass sie einen Rechtsanspruch auf die Erschließung ihres Betriebsgeländes hat. "Maßgeblich ist dabei nicht 'irgendein' Anschluss an das öffentliche Straßennetz, sondern eine für den Werks-, Liefer- und Rettungsverkehr ausreichende kreuzungsfreie Anbindung des Inselbereichs", schreibt die Bahn in ihrem Positionspapier. Auch für die Zeit des Brückenabrisses und etwaiger Bauarbeiten für eine neue Brücke fordert die DB eine Zuwegung.
Für die Gemeinde Seevetal ist die Rechtmäßigkeit dieser Forderungen hingegen strittig. Eine Klärung dieser Frage dürfte erheblichen Einfluss auf die Entscheidung über eine Alternative zur Decatur-Brücke bzw. einen möglichen Brücken-Neubau haben.
Wirklich interessant könnte noch ein anderer Punkt in dem Schreiben werden. Bisher hatte die Bahn eine Verlegung des Personenbahnhofs in Maschen auf die andere Seite der Gleise und damit auf die Ortsseite Maschens immer kategorisch abgelehnt. Doch die Bahnhofsverlegung scheint laut dem Papier durchaus machbar, wenn auch nicht ganz billig. Dafür wären laut DB zwei Überwerfungsbauwerke (z.B. Brücke oder Tunnel) nötig, weil die Personenzüge die Gütergleise zur Erreichbarkeit des neuen Haltepunktes kreuzen müssten. Die Kosten lägen, so die Bahn, mindestens in zweistelliger Millionenhöhe.
• Der Wege- und Verkehrsausschuss tagt am Mittwoch, 13. September, um 17 Uhr im Rathaus in Hittfeld. Weiteres Thema auf der Tagesordnung: Der Zustand der Fußgängerunterführung am Bahnhof in Hittfeld und ein barrierefreier Ausbau des Bahnhofs.