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Für ein aktives Leben mit Parkinson

Gemeinsam mit seiner Frau Margit engagiert sich Peter Ragoschke für Parkinson-Erkrankte

Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige: Die Regionalgruppe Winsen/Seevetal unter Peter Ragoschke

(kb). Kommt es vor, dass Ihre Hand zittert, obwohl sie entspannt aufliegt? Leiden Sie an Antriebsmangel? Haben Sie eine Veränderungen Ihrer Stimme bemerkt? Diese Fragen gehören zu einer kurzen, zehn Punkte umfassenden Checkliste, die Peter Ragoschke (64) Leiter der Parkinson-Regionalgruppe Winsen/Seevetal gern Interessierten mitgibt. Sein Ziel: Betroffene dazu zu bringen, die Krankheit möglichst früh zu erkennen, sie zu akzeptieren und trotzdem ein aktives und glückliches Leben zu führen.
Ragoschke ist selbst seit neun Jahren an Parkinson erkrankt, hat anfangs viele Symptome ignoriert, beiseite geschoben, nicht sehen wollen. Er konnte nicht mehr flüssig am Flipchart schreiben, seine Stimme wurde leiser, die Mimik nahm ab. Die Diagnose war für ihn und seine Frau letztlich eine Erleichterung. "Wir wussten endlich, womit wir es zu tun haben und konnten reagieren", so Peter Ragoschke. Inzwischen ist er quasi zum Parkinson-Experten geworden und hilft gemeinsam mit seiner Frau Margit anderen Betroffenen. In diesem Jahr hat er die Parkinson-Selbsthilfegruppe in der Region Winsen/Seevetal/Buchholz zu neuem Leben erweckt - mit großem Erfolg. In regelmäßigen Abständen finden gut besuchte Treffen statt, es gibt spannende Vortragsveranstaltungen und Ausfahrten.
Die Parkinson-Regionalgruppe arbeitet außerdem mit der Medizinischen Akademie Hamburg zusammen. Die Parkinson-Erkrankten dienen angehenden Logopäden als Probanden. "Eine Win-win-Situation", so Ragoschke. In Zukunft soll zudem eine spezielle Parkinson-Trainingsgruppe in der Schwimschule Delphin am Beckedorfer Bogen in Seevetal eingerichtet werden. "Sport ist ganz entscheidend, um nicht nur körperlich, sondern auch geistig fit zu bleiben", sagt Peter Ragoschke.
Neben Bewegung und einer guten medizinischen Betreuung ist aber auch wichtig, dass die Patienten sich mit ihrer Erkrankung auskennen. "Es gibt z.B. bei einem Krankenhausaufenthalt wichtige Dinge zu beachten", erklärt Ragoschke. Er hilft Betroffenen auch mit Adressen von spezialisierten Ärzten weiter und weiß, wo sie Informationen und Ansprechpartner finden. Seine nächste Idee: ein Stammtisch für Berufstätige. "Vielen berufstätigen Erkrankten fehlt es an Ansprechpartnern. Sie wollen nicht aus der Anonymität heraustreten, weil sie befürchten, ihre Karrierechancen zu schmälern oder gleich den Arbeitsplatz zu verlieren", erklärt Ragoschke, der selber noch Jahre lang trotz Krankheit erfolgreich im Berufsleben stand.
Dank seiner aktiven Lebensweise und einer guten medikamentösen Einstellung merkt man Peter Ragoschke die Krankheit inzwischen kaum mehr an. "Ich fahre sogar noch Ski - aber Abfahrt, keinen Langlauf", lacht der Rentner. Ihm ist vor allem eines wichtig: "Auch mit Parkinson kann man eine hohe Lebensqualität erhalten."
• Die Parkinson-Regionalgruppe trifft sich jeweils im achtwöchigen Rhythmus in Winsen (Haus der Paritätischen Dienste, jeden zweiten Mittwoch in ungeraden Monaten) und Eckel (Bürgertreff, jeden zweiten Mittwoch in geraden Monaten). Kontakt unter Tel. 04105 - 2320 oder per Mail an Ragoschke@t-online.de. Infos auch unter www.parkinson-winsen-luhe.de.