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"Ich halte mich für einen anständigen Mann"

Zu Gast in der Burg Seevetal in Hittfeld sowie im Stadeum in Stade: Star-Comedian Ingo Appelt (Foto: Peter Schaffrath)

Interview mit Comedian Ingo Appelt vor seinen Auftritten in Hittfeld und Stade

os. Hittfeld. Er gilt als Enfant terrible der deutschen Comedy-Szene: Ingo Appelt (46) nimmt auf der Bühne kein Blatt vor den Mund. Vor seinem Auftritt am Freitag, 21. März, ab 20 Uhr in der Burg Seevetal in Hittfeld sowie am Samstag, 22. März, ab 19.45 Uhr im Stadeum in Stade spricht Appelt im Interview mit WOCHENBLATT-Redakteur Oliver Sander über Frauen, Mythen und surreale Situationen.
WOCHENBLATT: Ihr aktuelles Programm heißt "Frauen sind Göttinnen". Wie kam der Titel zustande? Bislang eilte Ihnen nicht der Ruf voraus, besonders frauenfreundlich zu sein...
Ingo Appelt: Gegen diesen Mythos kämpfe ich seit langem an. Wenn jemand die Frauen versteht, dann ich. Das Problem ist: Wenn man zehn männerfeindliche Witze macht, ist das cool. Wenn man einen frauenfeindlichen Witz macht, ist man Sexist.
WOCHENBLATT: Richtet sich vor diesem Hintergrund Ihr Programm mehr an Frauen oder an Männer?
Ingo Appelt: Meistens habe ich die klassische 50:50-Situation im Publikum. Es ist doch so: Die Frauen sagen, wo es am Abend hin geht, und die Männer hoffen, dass sie sich über ein paar Witze beömmeln können.
WOCHENBLATT: Wie gehen Sie mit Ihrem Image um?
Ingo Appelt: Ich halte mich für einen anständigen Mann, in der Außenwirkung bin ich aber immer das Enfant terrible. Ich bin halt im Vergleich zu anderen Kollegen relativ direkt. Auf der Bühne ist mir die Provokation als Mittel zum Zweck recht. Und seien wir mal ehrlich: Bei den größten Sauzoten lachen alle im Publikum.
WOCHENBLATT: Gibt es für einen Comedian Themen, die er nicht anfasst?
Ingo Appelt: Durchaus. Mit dem Thema Edathy und Pädophilie Scherze zu treiben, ist sehr schwierig. Das sollte man nicht machen.
WOCHENBLATT: Wie lange halten Sie an einem Witz fest, wenn Sie merken, dass er nicht zündet?
Ingo Appelt: Wenn ich der Meinung bin, dass ein Witz gut ist, bringe ich ihn immer wieder. Ich stelle fest, dass es bei Frauen und Männern gewaltige Unterschiede in der Bewertung von Dingen gibt. Nehmen Sie den Stinkefinger von Peer Steinbrück: 99 Prozent der Männer hielten ihn für o.k., dagegen sagen 98 der Frauen: 'Das geht gar nicht'. Ich mag es, auf der Bühne bekannte Persönlichkeiten in surrealen Situationen zu präsentieren.
WOCHENBLATT: Haben Sie da ein Beispiel?
Ingo Appelt: Im aktuellen Programm übertrage ich die Liebschaft von Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande mit der Schauspielerin Julie Gayet auf Deutschland und zeige was wäre, wenn Angela Merkel etwas mit Til Schweiger hätte.
WOCHENBLATT: Zuletzt waren Sie im Fernsehen häufig bei Kabarettsendungen wie "Neues aus der Anstalt" zu sehen. Sehen Sie sich eher als Comedian oder als Kaberettist?
Ingo Appelt: Ich komme ja ursprünglich vom Kabarett und bin ein durchaus inhaltlicher Mensch. Ich bearbeite die gleichen Themen wie etwa Dieter Nuhr, den ich sehr schätze. Er präsentiert die Themen teilweise eher als Oberlehrer, ich halt als Klassenkasper.
WOCHENBLATT: Herr Appelt, vielen Dank für das Gespräch.
• Karten für den Auftritt in der Burg Seevetal gibt es im Vorverkauf bei: BCE in der Knightbar (Tel. 04105-555357), Gemeinde Seevetal (Tel. 04105-55365), Smile Records Buchholz (Tel. 04181-38136), Tourist Information Winsener Elbmarsch (Tel. 04171-668075) und Verkehrsverein Jesteburg (Tel. 04183-5363), online unter www.reservix.de und www.eventim.de. Restkarten an der Abendkasse.
• Tickets für den Auftritt im Stadeum gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie unter Tel. 04141 - 409140.