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Projekt in Meckelfeld wird fortgesetzt: Wolfgang Wirth ist neuer Mediator

Pastor Bernd Abesser (li.) und Daniel Kiwitt (re.) freuen sich, dass Wolfgang Wirth das Mediationsangebot
kb. Meckelfeld. Eine gute Idee wird fortgesetzt: Im vergangenen Jahr startete am Evangelischen Familienzentrum das Pilotprojekt Mediation. Die Idee kam von Daniel Kiwitt, der einige Jahre Mitglied im Kirchenvorstand war. Er hatte sich zum Mediator - zum professionellen Vermittler bei Konflikten - ausbilden lassen. Inzwischen hat der studierte Theologe eine Stelle als Vikar in Flensburg angetreten. Das Mediationsangebot in Meckelfeld bleibt aber bestehen. Als Mediator wirkt dort künftig Wolfgang Wirth (52), der gemeinsam mit Daniel Kiwitt an der Universität Hamburg ausgebildet wurde.
Was ist Mediation? Ziel jeder Mediation ist die Lösung eines Konfliktes. Grundlage ist die Freiwilligkeit der Konfliktpartner, sich an der Konfliktlösung zu beteiligen. Nach einer ersten telefonischen Besprechung trifft sich Wolfgang Wirth mit den Konfliktpartnern auf neutralem Boden - ein wichtiger Aspekt. "Dann wird eine Vorvereinbarung getroffen", erklärt Wirth. In ihr wird das Ziel der Mediation anvisiert - das kann von einem "Waffenstillstand" bis hin zur Versöhnung gehen. In mehreren Sitzungen versucht der Mediator dann, verdeckte Konflikte freizulegen und bei den Parteien die Augen für die Sichtweise der Gegenseite zu öffnen. In den Sitzungen sind einfache Grundregeln ganz wichtig. "Die Konfliktpartner müssen sich gegenseitig ausreden lassen, Anschreien ist verboten", so Wirth. Außerdem muss auf beiden Seiten die Bereitschaft vorhanden sein, Verständnis für den anderen aufzubringen. Wichtig: Bei der Mediation gibt es keine Lösungsvorschläge von außen. "Die Parteien lösen ihren Konflikt unter meiner Anleitung selbst", sagt Wirth.
Wolfgang Wirth, der in Hamburg-Hamm wohnt, war ursprünglich Gymnasiallehrer, entschloss sich dann aber noch einmal zu studieren. Derzeit promoviert er im Fach Philosophie. Er ist sich sicher: "Hinter jedem Interessenkonflikt stehen Bedürfnisse. Wenn Menschen ihre eigenen Bedürfnisse und die des anderen erkennen, werden sie beweglich und können anders verhandeln." Dennoch, gerade am Anfang sei die Mediation oft schwierig. "Manchmal scheitert es schon daran, beide Konfliktparteien an einen Tisch zu bekommen", sagt Wirth.
Das Mediationsangebot der Kirchengemeinde Meckelfeld richtet sich an alle Interessierten - auch an Nicht-Gemeindemitglieder. Die Form des jeweiligen Konfliktes spielt ebenfalls keine Rolle. "Egal ob familiäre Streitigkeiten, Nachbarschaftskonflikte, Probleme am Arbeitsplatz, in Vereinen oder interkulturelle Konflikte - das Angebot ist für alle offen", so Pastor Bernd Abesser. Angeboten werden sowohl Einzel- wie auch Gruppenmediationen, die Sitzungen finden gewöhnlich im Familienzentrum Meckelfeld statt. Der Kostenbeitrag richtet sich nach den finanziellen Möglichkeiten der Teilnehmer.
Wer Interesse an einer Mediation hat, erreicht Wolfgang Wirth unter Tel. 0151 - 21752699 oder per E-Mail an wirth.wolfgang@gmx.de.