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Maulwurf ärgert Fußballer

Platzwart Willi Repschinski kommt nicht allein gegen die ganzen Hügel und Löcher an (Foto: oh)

Schon drei Punktspiele der Fußballer aus Over-Bullenhausen sind ausgefallen

Er ist etwa 15 Zentimeter groß, hat ein Gewicht zwischen 60 und 120 Gramm, lebt unter der Erde und ärgert derzeit mächtig die Fußballer des TSV Over-Bullenhausen: Ein Exemplar aus der Gattung „Europäischer Maulwurf“ (Lateinisch: Talpa europaea).
„Das Tier hat sich unter unserem Sportplatz angesiedelt und diesen mittlerweile in ein hügeliges Gelände verwandelt“, sagt Wolfgang Buhr vom Vereinsvorstand. In der Tat: Haufen über Haufen mit von dem kleinen Insektenfresser aufgeworfene Erde zieren das Grün. Platzwart Willi Repschinski kommt gar nicht mehr dagegen an. Hat er einen Hügel entfernt, sind an anderer Stelle gleich wieder neue da. Das hat fatale Folgen für die Fußballer: Aufgrund der von den Maulwurfshügeln ausgehenden Verletzungsgefahr - darunter sackt die Erde teilweise bis zu 15 Zentimeter tief ab - mussten bereits drei Punktspiele abgesagt werden. Es scheint so, als wenn der Maulwurf kein großer Fußballfan ist.
Das beruht sich allerdings auf Gegenseitigkeit. Weder die Sportler des TSV Over-Bullenhausen noch die Gemeinde Seevetal als Eigentümer des Platzes sind gut auf das Tier zu sprechen. Es fehlt allerdings die Handhabe, mit dem Tier kurzen Prozess zu machen, bestätigt Gemeindesprecher Andreas Schmidt. Denn Maulwürfe stehen unter Artenschutz.
Dabei ist das Maulwurf-Problem beim TSV Over-Bullenhausen nicht neu. Bereits 2008 hat die Gemeinde nach mehrfachen Attacken aus dem Erdreich für mehrere tausend Euro rund um den Sportplatz eine unterirdische Maulwurfsperre angelegt. „Danach war auch lange Ruhe“, sagt Schmidt. „Jetzt muss aber so ein Tier aus unerfindlichen Gründen einen Weg dadurch gefunden haben.“
Die Gemeinde will jetzt die Löcher auf dem Sportplatz jetzt mit einem besonderen Gemisch verfüllen, damit der Spielbetrieb weiter stattfinden kann. Parallel soll versucht werden, dass Tier mit „legalen Mitteln zu vertreiben“. Gelingt das nicht, bleibt dem Verein und der Gemeinde nur die Hoffnung, dass sich das Problem irgendwann von selbst erledigt. Denn die meisten Maulwürfe werden keine drei Jahre alt.