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Vivien Stoll lebt ihren Basketball-Traum: Erst Nationalmannschaft-Sichtung, dann Benefizspiel vor 3.000 Fans

Vivien Stoll (li.) ist aufgeregt. Am Sonntag wird sie gemeinsam mit Lotto King Karl und Antonia Kofahl an einem Basketball-Benefizspiel vor 3.000 Fans in der Alsterdorfer Sporthalle teilnehmen (Foto: Stoll)
 
Vivien Stoll (li.) steht vor einem spannenden Wochenende: Erst geht es zur Auswahl-Sichtung und dann zu einem Benefizspiel (Foto: Stoll)

Vivien Stoll ist aufgeregt. Am Sonntag wird sie gemeinsam mit Lotto King Karl und Antonia Kofahl an einem Basketball-Benefizspiel vor 3.000 Fans in der Alsterdorfer Sporthalle teilnehmen. Zuvor kämpft die 14 Jahre alte Hittfelderin in Frankfurt um einen Platz im U15-Kader der deutschen Nationalmannschaft.

mum. Hittfeld/Hamburg. Es gibt Tage, die sind einfach unvergesslich. Für Vivien Stoll (14, 1,85 Meter) aus Hittfeld gilt das für dieses komplette Wochenende. Bereits am Donnerstag ist die Schülerin des Hittfelder Gymnasiums nach Frankfurt gereist. Dorthin hat der Deutsche Basketball-Verband die besten 30 U15-Spielerinnen eingeladen - und Vivien ist dabei. Wenn es optimal für die 14-Jährige läuft, steht Anfang August bereits der nächste Sichtungslehrgang an. Am Ende werden zwölf Spielerinnen für den Nordsee-Cup berufen. Das ist ein Turnier, bei dem Deutschland auf die U15-Teams aus Dänemark, Schweden und den Niederlanden trifft. Schafft es Vivien in die Kader? „Natürlich wäre das sensationell“, sagt Vivien. „Ich bin gut, aber bei den beiden Sichtungsterminen muss einfach alles passen.“
Und noch ein Höhepunkt gibt es für Vivien an diesem Wochenende: Am Sonntag findet in Hamburg der sogenannte Basket Bowl statt. Das ist ein Benefiz-Spiel, bei dem eine Prominenten-Mannschaft (unter anderem sind St. Pauli-Ikone Holger Stanislawski, die Ex-Fußball-Profis Sergej Barbarez und Ivan Klasnic und Ex-Bachelor Paul Janke dabei) gegen das NBBL-Team der Hamburg Sharks antreten. Organisator ist das Hamburger Original Lotto King Karl. Und Vivien hat es geschafft, sich einen der nur drei Gast-Plätze im Promi-Team zu sichern. „Ich bin eigentlich noch zu jung“, gesteht die Hittfelderin. „Aber es hat geklappt.“ Die Einnahmen gehen an die Produktionsschule Steilshoop, die es Jugendlichen ermöglicht, einen Hauptschulabschluss nachzuholen oder sich beruflich zu qualifizieren.
Vivien wird am Sonntag - angefeuert von 3.000 Zuschauern - in der Alsterdorfer Sporthalle auflaufen (Einlass ab 14 Uhr; Tickets kosten sechs Euro). Dafür verlässt sie das Sichtungstraining in Frankfurt bereits am Sonntagmorgen. Und nimmt dafür auch in Kauf, den Sprung in das U15-Nationalteam zu verpassen.
Ist das naiv? Wer Vivien kennt, der weiß, sie hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Das Mädchen ist unglaublich ehrgeizig und zielstrebig - im positiven Sinn. Das gilt auch für die Schule. Vivien besucht die neunte Klasse des Hittfelder Gymnasiums (Notendurchschnitt: 1,4). Ihre Lieblingsfächer sind Latein, Chemie und Biologie. „Ich möchte nach meinem Abtiur gern Medizin studieren und Sportärztin werden“, sagt die Hittfelderin, die seit Oktober 2010 Basketball spielt. Eine Freundin nahm sie mit zu den Hittfeld Sharks - der Auftakt einer steilen Karriere. Vivien spielt unter anderem für die Sharks in der U15 und U17 sowie für die Metropolitan Baskets Hamburg (Nachwuchs-Bundesliga). Zudem hat es das Talent in die Hamburger Auswahl geschafft. Das bedeutet, Vivien trainiert viermal in der Woche - stets in Hamburg. Dazu kommen am Wochenende Spiele. „Meine Hausaufgaben mache ich während der Autofahrt“, sagt Vivien. Ihr zur Seite stehen Mutter Gaby, die ihre Tochter zu allen Trainingseinheiten und den Spielen fährt, sowie Bruder Lukas. Der 17-Jährige hat durch seine Schwester ebenfalls seine Liebe für den Basketball entdeckt. Er betreut die Homepage der Sharks und schreibt Spielberichte.
„Basketball ist mein Spiel“, sagt Vivien. „Mir gefällt es, dass außer den körperlichen Fähigkeiten auch der Kopf eine große Rolle spielt.“ In Deutschland können Frauen nicht vom Basketball leben. „Das geht nur in Amerika“, so Vivien. Dorthin möchte sie nach dem Abitur für ein Jahr, um an einem Collage Basketball zu spielen. Und wer weiß: Vielleicht klappt es dort mit einer Profi-Karriere.