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"Gemeinde muss umdenken": Ratsherr kritisiert Umgang der Verwaltung mit Gewerbetreibenden

Hoffen, dass die Gemeinde künftig auch die Gewerbetreibenden stärker im Blick hat (v. li.): Hans-Ulrich Grässel und Werner Zimmer (beide Freie Wähler) mit Jochen Weiß (Bäckerei Weiss), Tim Ruschmeyer (Parfümerie Ruschmeyer), Annelore Warstat (Iris Apotheke) und Patrick Rump (Post Kiosk)
kb. Maschen. Die Kanalbauarbeiten in der Schulstraße in Maschen im Frühling dieses Jahres (das WOCHENBLATT berichtete) sorgen auch noch Monate nach ihrer Beendigung für Kritik an der Arbeit der Gemeindeverwaltung. "Die Planung war katastrophal, es scheint ein generelles Problem in der Tiefbauabteilung zu geben", meint Hans-Ulrich Grässel von den Freien Wählern. Er hat sich die Mühe gemacht und einmal in den Reihen der Gewerbetreibenden nachgefragt, welche Auswirkungen die Maßnahme, die letztlich drei Monate statt sechs Wochen dauerte, auf die Umsätze der Geschäfte hatten. "Bei den sechs Betrieben, bei denen ich mich erkundigt habe, ist insgesamt ein Umsatzverlust von rund 130.000 Euro zu beklagen", hat Grässel herausgefunden.
Jochen Weiß, Geschäftsführer der Bäckerei Weiss aus Tostedt, die mit einer Filiale in der Schulstraße vertreten ist, kann bestätigen, dass die Bauarbeiten erheblichen Einfluss auf den Kundenstrom hatten. "Wir hatten täglich ungefähr 100 Leute weniger im Laden", erzählt Weiß. Nicht nur die Dauer der Bauarbeiten waren schädlich für den Handel in der Straße. "Das war einfach unglücklich ausgeschildert, viele Kunden dachten, sie kämen gar nicht zu uns durch", so Weiß.
Da auch in Zukunft mit ähnlichen Baumaßnahmen zu rechnen ist, habe Hans-Ulrich Grässel bei der Verwaltung nachgefragt, wie solche Fehler in Zukunft vermieden werden sollen. "Darauf habe ich leider keine Antwort bekommen", sagt der Ratsherr. Er fordert ein Umdenken bei der Gemeinde. "Gerade wenn Geschäftsstraßen betroffen sind, muss auch aus Sicht der Gewerbetreibenden gedacht werden", so Grässel. Käme es wie in Maschen zu erheblichen Verzögerungen bei Baumaßnahmen, schade man nicht nur den Geschäften. "Damit gehen der Gemeinde schließlich auch Einnahmen bei der Gewerbesteuer verloren", sagt Grässel.