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Nachwuchssorgen und Konkurrenz durch Einzelhandel

Obermeister Karl-Heinz Wohlgemuth zeichnet drei Jubilare mit dem goldenen Meisterbrief aus.

Bäcker-Innung spricht auf ihrer Herbstversammlung über Probleme des Handwerks

sab.seevetal „Wo Bäckerei dran steht, muss noch selber gebacken werden und es muss einen Meister im Betrieb geben“, fordert Obermeister Karl-Heinz Wohlgemuth auf dem Herbsttreffen der Bäcker-Innung in Maschen. Rund 50 Innungsmitglieder, sowie Steuerberater Josef Bünger hatten sich getroffen, um über Probleme und Neuerungen im Bäckerhandwerk zu diskutieren. Nachwuchssorgen sind auch bei den Bäckern und Konditoren eine der größten Herausforderungen. Da ist es nicht gerade förderlich, dass der Lohn- und Gehaltstarif nach Vorstellung der Gewerkschaft NGG abgeschafft werden soll. „Das Image des Bäckerhandwerks ist damit vernichtet“, klagt Wohlgemuth. „Die Nachwuchskräfte möchten wissen, was sie nach der Ausbildung verdienen können. Ein tarifloser Zustand ist somit langfristig unhaltbar.“ Außerdem gibt es starke Konkurrenz durch den Lebensmitteleinzelhandel. „Fast jeder Discounter hat mittlerweile eine Backstation“, sagt auch Josef Bünger. Eine Chance dem Preiskampf zu begegnen, sehen die Bäcker darin, Qualität und Auswahl anzubieten. Auch der Sonntagsverkauf ist eine wichtige Stütze für den Umsatz. Eine zusätzliche organisatorische Herausforderung stellt ab dem 13.12.2014 die neue Lebensmittelinformationsverordnung dar. Alle verwendeten Inhalts- und Zusatzstoffe müssen ab diesem Zeitpunkt für die angebotenen Produkte ausgewiesen werden. Ab 2015 greift dann auch noch das Mindestlohngesetz für das Bäckerhandwerk. Josef Bünger berichtete ausführlich über die zurzeit relativ gute, wirtschaftliche Situation, mahnte aber gleichzeitig vor steigenden Personalkosten. Begegnen kann man der neuen Situation, seiner Meinung nach, durch die Anpassung des Sortiments an die Wünsche der Verbraucher. Gefragt sind vor allem Produkte, die bereits fertig für den Verzehr sind, wie belegte Brötchen und Snacks. Preiseanpassungen werden aber auch notwendig sein, um die Mehrkosten aufzufangen.
Auf eine lange Tradition und viel Erfahrung in ihrem Handwerk können Günter Meyer, Hans Müller und Kurt Braun zurück blicken. Die drei Meister wurden im Rahmen der Veranstaltung anlässlich ihres 50-jährigen Meisterjubiläums mit dem Goldenen Meisterbrief ausgezeichnet.