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Abschied von den "Sahnestücken"

Auf dem Lkw-Auflieger: die Diesellok war ein Hingucker der Stader Sammlung (Foto: Eilers-Werke Moble Welten)

Lok und Dampfmaschine aus Stade nach Hannover abtransportiert


tp. Stade. Das Technik- und Verkehrsmuseum in Stade ist geräumt. Am vergangenen Dienstag haben Helfer der "Eilers-Werke - Mobile Welten" aus Hannover die letzten Exponate aus der städtischen Halle an der Freiburger Straße geholt. Die Räumung endete mit einem Kraftakt. Per Teleskopkran und Tieflader wurden unter anderem eine wuchtige Diesellok und eine fahrbare Dampfmaschine (Lokomobile) - zwei Stader "Sahnestücke" - abtransportiert. Damit ist das letzte Kapitel in der Geschichte des Stader Verkehrsmuseums geschlossen.
Wie das WOCHENBLATT mehrfach berichtete, endete vor wenigen Wochen ein jahrelanges Tauziehen um das Museumsgrundstück zwischen dem Stader Museumsverein und der Stadt mit einer Zwangsräumung. Die Stadt will das Areal verkaufen, um ihren Haushalt zu konsolidieren. Ein Investor plant auf der Fläche einen Aldi-Markt.
Durch Zufall erfuhr der Chef das Fördervereins "Eilers-Werke - Mobile Welten", der Europa-Abgeordnete Bernd Lange (57), von der Sammlungsauflösung in Stade und übernahm kurzerhand die mehrere Tausend Exponate umfassende Kollektion vom Eisenbahnstellwerk bis zum betagten Motorroller. Ein Großteil der Stücke findet Verwendung im neuen Erlebnismuseum "Mobile Welten" mit einem Veranstaltungszentrum rund um das Thema Mobilität, das am 4. Mai in der Landeshauptstadt eröffnet. Die jetzt abtransportierte 18 Tonnen schwere Diesel-Lok (Baujahr 1916) ist eine der ersten ihrer Art. "Wir wollen sie wieder fahrtüchtig machen", sagt Bernd Lange. "Sie soll auf unserem Gelände Waggons mit Fahrgästen ziehen." Als wertvoll schätzt Lange auch die Lokomobile von 1922 ein. Sie gilt als Vorgängerin von Traktoren und wurde früher bei der Feldarbeit - etwa zum Antrieb von Dreschmaschinen - eingesetzt.
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