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Beweisaufnahme abgeschlossen

Angeklagter Jens L., Verteidiger Frank JAnsen

Neue Phase im Zocker-Prozess / Gutachter geben Einschätzung über Schuldfähigkeit

tp. Stade. Der zähe Zocker-Prozess gegen den ehemaligen Investment-Banker Jens L.* (40) aus Stade vor dem Stader Landgericht geht in eine neue Phase. Nach der langwierigen Beweisaufnahme, die mehr als ein Jahr in Anspruch nahm, kommt am Dienstag, 23. September, um 9.30 Uhr im Saal 109 der von Jens L.s Rechtsanwalt beauftragte Experte Dr. Rainer Hoffmann zu Wort. Der vom Landgericht bestellte psychiatrische Gutachter Dr. Harald Schmidt wird zu einem späteren Zeitpunkt angehört. Die Aussagen der beiden Psychiater sollen Aufschluss über die Schuldfähigkeit des Angeklagten geben.

Wie berichtet, soll Jens L. bei seinem Ex-Arbeitgeber, der Deutschen Bank in Buxtehude, 8,4 Millionen Euro Kundengeld unterschlagen und im Kasino verzockt haben haben. Gerichtsgutachter Schmidt bescheinigt Jens L. zwar eine Spielsucht, hält ihn aber für schuldfähig. Sein Verteidiger Frank Jansen (45) plädiert auf Schuldunfähigkeit - zumindest aber auf verminderte Schuldfähigkeit - wegen angeblich krankmachender Arbeitsbedingungen mit hohem Leistungsdruck bei der Bank. Jansen stützt sich bei seiner Argumentation auf die Erkenntnisse des renommierten Forensikers und Spielsucht-Experten Dr. Rainer Hoffmann aus Fulda, der am Dienstag nach Stade kommt.

Nach Ansicht des Verteidigers findet der Aspekt der Spielsucht weder beim Gericht noch bei der Staatsanwaltschaft genügend Anerkennung. Zudem würdige das Gericht nicht die Bemühungen seines Mandanten, in ein normales Leben zurückzukehren. Trotz starker Herz-Kreislaufbeschwerden stehe Jans L. in seinem harten Job als Rettungssanitäter seinen Mann.

Noch bis November sind Gerichtstermine angesetzt. Gegen Jahresende soll das Urteil fallen.

*Name von der Redaktion gekürzt