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Brutaler Angreifer aus Stade muss sich wegen versuchten Todschlags verantworten

Der 56-jährige Stader muss sich wegen versuchten Totschlags vor Gericht verantworten (Foto: am)
am. Stade. Zumindest einen Teil der Tat gestand der Angeklagte (53). Er gab am vergangenen Donnerstag vor dem Landgericht Stade zu, im Dezember 2015 seinen Mitbewohner (63) mit der Faust und mit einer Waage geschlagen zu haben. Zum Rest der Ereignisse fehle ihm aber die Erinnerung, so der Stader.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm aber weit mehr als nur gefährliche Körperverletzung vor. Er muss sich wegen versuchten Totschlags verantworten. Der 53-Jährige soll sein Opfer mit einem Hammer und einem Messer attackiert haben. Anschließend soll er versucht haben, ihn mit einem Kissen zu ersticken und damit seinen Tod billigend in Kauf genommen haben.
Bereits zum Verfahrensauftakt Anfang der Woche hatte der Vorsitzende Richter die Anklage verlesen (das WOCHENBLATT berichtete). Da der psychiatrische Sachverständige aber diesen Termin nicht wahrnehmen konnte, wurde die Anhörung des Angeklagten vertagt.
Er könne sich die Tat nicht erklären, sagte der Angreifer. "So kenne ich mich nicht, dass ich da loslege, wie ein Tier." Am Tag der Tat habe er aus gesundheitlichen Gründen ein starkes Schmerz- und ein Schlafmittel eingenommen. Bereits am Vormittag habe er in seiner Stammkneipe mehrere Biere getrunken und sich danach am Nachmittag in der gemeinsamen Wohnung schlafen gelegt. Danach, so die Aussage, sei er von der Lautstärke des Fernsehers geweckt worden, wodurch es zum Streit gekommen war. Der Angeklagte bezeichnete sich selbst als Alkoholiker. Nach der Tat hatte die Polizei einen Promillewert von 0,77 bei ihm gemessen.
An den Großteil der Ereignisse kann sich auch das Opfer nicht erinnern. Die Spurensicherung hatte am Tatort aber den blutverschmierten Hammer und das Messer sichergestellt. Einer der Polizisten, die zum Tatort gerufen wurden, belastete den Angeklagten zudem schwer. Er berichtete, dass der Täter sich kurz nach dem Eintreffen der Polizei noch an alles erinnern konnte.
Zuvor hatten drei Nachbarn die Polizei gerufen, nachdem sie Hilferufe und verdächtige Geräusche in der Wohnung gehört hatten.
In den folgenden Verhandlungen muss das Gericht nun versuchen herauszufinden, inwiefern der Täter bewusst handelte und ob er selbst von seinem Opfer abgelassen oder ob ihn die eintreffende Polizei an der Vollendung seiner Tat gehindert hat.