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Der Zocker will vor Gericht in Stade aussagen

Verzockte Kundengeld und steht nun vor Gericht: Jens L.

Acht Millionen Euro-Prozess: Am zweiten Prozesstag will sich Ex-Banker Jens L. umfassend erklären

tp. Stade. Der Prozess gegen Zocker-Banker Jens L. (39) aus Stade geht in die nächste Runde. Am zweiten Verhandlungstag, Mittwoch, 21. August, 12.30 Uhr, am Landgericht in Stade will sich L. zu dem Fall erklären.
Wie berichtet, drohen Jens L. bis zu zehn Jahren Haft, weil er als ehemals spielsüchtiger Investment-Fachmann von 2007 bis 2010 Kunden seines Ex-Arbeitgebers, der Deutschen Bank in Buxtehude, um mehr als acht Millionen Euro erleichtert und das Geld im Kasino verzockt haben soll.
Etwa die Hälfte zahlte L. an die Kunden zurück. Die Anklage lautet auf Betrug, Urkundenfälschung und Untreue in 156 Fällen. L. hofft, dass sein Anwalt Frank Jansen mindestens eine Freigänger-Strafe für ihn erkämpft. Jens L. gibt angeblich krank machenden Arbeitsbedingungen die Schuld an seiner Spielsucht, die inzwischen therapiert wurde. L. soll Kunden im Auftrag der Deutschen Bank den Fonds „Kompass Life III“ verkauft haben, der laut Anwalt Jansen eine „Wette auf den Tod lebender US-Bürger“ ist. L. soll unter den Geschäften psychisch gelitten haben.
Das Geldinstitut will sich zu dem Vorwurf nicht äußern. „Wir nehmen grundsätzlich keine Stellung zu laufenden Verfahren gegen ehemalige Mitarbeiter“, sagt Deutsche-Bank-Pressesprecher Christian Hotz aus Berlin. Offen sei auch, ob der Rechtsanwalt der Bank, Michael Nicolaus aus Hamburg, am zweiten Verhandlungstag teilnehmen werde, so Hotz. Die Deutsche Bank gehöre in diesem Verfahren zwischen Staatsanwaltschaft und L. nicht zu den engeren Prozessbeteiligten.
Laut seines Anwalts Frank Jansen will sich Ex-Zocker Jens L., der inzwischen als Rettungssanitäter arbeitet, „dezidiert zu seinem damaligen Gesundheitszustand und zu den Arbeitsbedingungen in der Deutschen Bank äußern“ und dazu eine längere schriftliche Einlassung vorlesen. Jansen plant zudem „umfangreiche Beweisanträge“.
• Gerichtsgutachter Dr. Harald Schmidt wird den zweiten Verhandlungstag verfolgen.

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