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Fluchtversuch mit Ansage auf Facebook: Polizei liest mit

tk. Stade. Dass Polizei und Staatsanwalt auch Facebook lesen, hat ein mutmaßlicher Räuber (19) aus Stade wohl nicht einkalkuliert: Obwohl er verdächtigt wird, mehr als nur einen Raubüberfall begangen zu haben, wurde er nach seiner ersten Vernehmung bei der Polizei am vergangenen Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt. Es lagen keine Haftgründe vor - bis Donnerstagmorgen.

"Vor einer dreiviertel Stunde verhaftet", teilt Kai Thomas Breas, Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade mit. Der junge Mann hatte nämlich vorher auf Facebook wissen lassen, dass er abhauen müsse. Und das möglichst weit weg ins Ausland. Der 19-Jährige ist türkischer Herkunft. Die Ermittler lasen bei Facebook jedoch mit - und die Handschellen klickten. "Es lag ganz klar Fluchtgefahr vor" sagt Breas. Der mutmaßliche Straftäter wird die Weihnachtstage wohl in Untersuchungshaft verbringen.
Grundsätzlich, so Breas, könne nur dann ein Haftantrag gestellt werden, wenn es dafür handfeste Gründe gebe. Neben Verdunklungsgefahr sei das vor allem die Sorge, dass sich ein mutmaßlicher Straftäter, den eine Gefängnisstrafe erwartet, aus dem Staub machen könnte.
Der junge Mann war ins Visier der Polizei geraten, weil er verdächtigt wird, mehrere Raubüberfälle auf Tankstellen und Kioske in Stade begangen zu haben (das WOCHENBLATT berichtete). Der Überfall auf eine Tankstelle in der vergangenen Woche kann ihm zugeschrieben werden, weil ein Beamter den Verdächtigen auf einem Video erkannte. Die Polizei ermittelt mit Hochdruck weiter. Verdichten sich die Hinweise, dass der 19-Jährige ein Serientäter ist, dürfte der Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen länger dauern: Der junge Stader türkischer Herkunft ist polizeibekannt und stand vor allem wegen Diebstahl schon mehrfach vor dem Jugendrichter.