Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Gaffer-Prozess in Bremervörde erneut ausgesetzt

Das Unglücksgebäude an der Neuen Straße in Bremervörde steht leer

Eisdielen-Unglück: Schaulustige ab Dienstag vor Gericht / Unfallfahrerin verurteilt

tp. Bremervörde. Wieder eine Verzögerung im sogenannten Gaffer-Prozess in Bremervörde: Das Amtsgericht hat am Dienstag die Verhandlung gegen die Angeklagten, drei Brüder Alter von 20 bis 37 Jahren, erneut unterbrochen. Der Richter gab einem entsprechenden Einspruch der Verteidigung statt. Die Rechtsanwälte, unter ihnen Lorenz Hünnemeyer aus Buxtehude, wollten zunächst den Ausgang des Prozesses zu dem eigentlichen Unfall abwarten. Die Verhandlung wurde schließlich um eine Woche auf Dienstag, 14. März vertagt.

Zwischenzeitlich wurde die Unfallfahrerin (61), die mit ihrem Auto ungebremst in die Eisdiele gerast war, verurteilt: Sie erhielt am vergangenen Mittwoch in einem gesonderten Prozess eine Geldstrafe von 1.200 Euro und Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten wegen fahrlässiger Tötung, Körperverletzung an neun Menschen und Straßenverkehrsgefährdung. Die Verurteilte muss zudem zwei Jahre ihren Führerschein abgeben. Die Frau, die seit mehreren Jahren an Epilepsie leide, hatte nach Erkenntnis des Gerichts zum Unfallzeitpunkt ihre Tabletten nicht genommen und schließlich während der Fahrt einen Anfall erlitten.

In der kommenden Woche stehen nun wieder die mutmaßlichen Schaulustigen vor dem Richter: Dem Trio wird vorgeworfen, die Rettungsarbeiten nach dem schweren Autounfall, bei dem im Sommer 2015 in der Eisdiele "Pinocchio" ein zweijähriger Junge und ein 65 Jahre alter Mann starben, massiv behindert zu haben (das WOCHENBLATT berichtete). Sie sollen Helfer angegriffen und bedroht haben.
Eine erste Verhandlung war im vergangenen Herbst ausgesetzt worden. Die Verteidigung hatte weitere Akteneinsicht gefordert, worauf ein Neustart des Prozesses nötig wurde.

• Bereits im vergangenen Frühjahr eröffnet das Eiscafé „Pinocchio“ an einem neuem Standort an der Alten Straße in der Bremervörder Innenstadt wieder. Das Unglücksgebäude an der Neuen Straße steht noch immer leer.