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Geldstrafe im Galloway-Prozess am Amtsgericht Stade

Verendetes Rind in einem Graben (Foto: archiv)

Verurteilter Landwirt aus Hammah war geständig

tp. Stade/Hammah. Der Landwirt* (48) aus Hammah, auf dessen Hof an der Groß Sterneberger Straße im vergangenen Jahr zahlreiche Galloway-Jungbullen verendeten und wo eine Muttertier-Herde von den Behörden im verwahrlosten Zustand im Stall aufgefunden wurde (das WOCHENBLATT berichtete), erhielt am Mittwoch, 22. März, am Stader Amtsgericht eine Geldstrafe über 1.800 Euro.

Was ihm die Richterin bei ihrem verhältnismäßig milden Urteil - als mögliches Strafmaß bei dieser Form der Tierquälerei nannte sie drei Jahre Haft - zugute hielt: Der Halter sei nicht vorbestraft, zeigte sich geständig und suche "keine Ausreden". Er nannte u.a. familiäre Schwierigkeiten nach seiner Scheidung und dem Tod seiner Mutter sowie gesundheitliche Probleme infolge eines gebrochenen Fußes sowie ein psychisches Leiden als Ursache für das Tier-Martyrium an, das er über Wochen tatenlos billigte. Erst nach rund einem Monat stellte er einen landwirtschaftlichen Betriebshelfer ein.

Für viele Tiere kam die Rettung zu spät: Insgesamt verhungerten 23 Jungbullen auf den Weiden, ein weiterer Bulle musste eingeschläfert werden. Rund 90 Tiere der Mutterkuhherde standen über Wochen mit feuchtem Fell in den eigenen Fäkalien im Stall.

Bei den knapp zwei Dutzend Prozessbeobachtern - unter ihnen Dorfbewohner aus Hammah und Tierschützer aus Stade - wurde das Urteil größtenteils mit Empörung aufgenommen. Ihre Kommentare reichten von "Tiere haben keine Lobby" bis "Tiere sind vor dem Gesetz leider nur eine Sache". Eine Zuschauerin fragte vorwurfsvoll: "Warum hat er sich nicht früher Hilfe geholt?"

*Name der Redaktion bekannt