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Hartes Urteil für Sextäter aus Drochtersen: Knapp sieben Jahre Haft und Sicherungsverwahrung

Die Verteidigung forderte Freisruch (Foto: am)

am. Stade. Sechs Jahre und sechs Monate Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung - das ist das Urteil des Stader Landgerichts im Fall des 40-jährigen Familienvaters aus Drochtersen, der sich im August 2015 an einem damals fünfjährigen Mädchen vergangen hatte (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Das Gericht verurteilte ihn am Donnerstag wegen schweren sexuellen Missbrauchs an einem Kind und Vergewaltigung. Damit kam das Urteil der Forderung der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage nach einer Haftstrafe von sieben Jahren und Sicherungsverwahrung sehr nahe. Mit verschlossener Miene und gesenktem Blick nahm der Angeklagte das Urteil entgegen. Nur einmal, während der Begründung des Urteils kam von ihm der Zwischenruf „Das ist doch alles Schwachsinn“.



Das Gericht ist überzeugt, dass von dem Angeklagten weiterhin eine Gefahr ausgeht. Daher sei die Sicherungsverwahrung notwendig. Der Mann habe zwar keine pädophile Neigung, aber die Tat sei auf ein eingespieltes Verhaltensmuster zurückzuführen „Negativen Gefühlen begegnet er mit Gewalt“, so der Vorsitzende Richter.

Hinzu kommt: Der Mann war bereits vorbestraft und hatte zwei Haftstrafen abgesessen. Ein Raubüberfall und die Vergewaltigung einer jungen Frau seien von ihm genauso, wie einige kleinere Delikte, zur spontanen, unkontrollierten Befriedigung von seinen Bedürfnissen begangen worden.

Im aktuellen Fall habe es an dem Tag der Tat eine Kette von Ereignissen gegeben, die zu aufgestauter Aggression bei dem Verurteilten geführt hätten, so die Kammer. Alkohol hätte das zusätzlich verstärkt. Zunächst habe der Angeklagte auf Geheiß seines Arbeitgebers ein Richtfest besuchen müssen. Danach sei es zu Streitigkeiten und einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Handwerker gekommen, der in der Nähe seiner Wohnung tätig war und als drittes sei er wütend auf seine Frau geworden, weil diese seiner Meinung nach zu viel Verständnis für die alarmierten Polizisten gezeigt hatte. „Mit Vorsatz entschloss er sich danach seine aufgestaute Wut mit der Tat als Ventil herauszulassen“, so der Richter. Dabei sei er wie auch bei den vorherigen Fällen zielstrebig und manipulativ vorgegangen. Er hatte dem Mädchen gegenüber behauptet, Gott zu sein und ihr eine Überraschung versprochen.

An der Täterschaft hatte das Gericht keine Zweifel. Zeugenaussagen und DNA-Spuren am Körper des Kindes haben den Mann überführt, der bis zuletzt die Tat leugnete. Seine Aussagen, in der er seine Unschuld beteuerte und in der russische Kriminelle eine Rolle spielten, seien unglaubwürdig, so der Vorsitzende Richter. Sein Verteidiger hatte auf Freispruch plädiert.