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Immer mehr Einbrüche im Landkreis Stade

Fenster auf Kipp machen es dem Langfinger einfach (Foto: Polizei k-einbruch)
(am). Die Zahl der Hauseinbrüche im Landkreis hat sich innerhalb von zwei Jahren mehr als verdoppelt. Das zeigt die Statistik der Polizeiinspektion Stade. Grund dafür ist vor allem ein Anstieg an organisierter Kriminalität. "Es sind vor allem Gruppen aus Hamburg, die es hier früher nicht gab", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese die verbesserte Verkehrsanbindung über Autobahn und S-Bahn nutzen. Deswegen ist auch die Region um Buxtehude stärker betroffen.
Jetzt, wo die dunkle Jahreszeit beginnt, wollen die Beamten verstärkt aufklären und sensibilisieren. Nur wenige Handgriffe reichen, um eine auf Kipp gestellte Balkontür zu öffnen. Anders als viele vermuten, bevorzugen professionelle Einbrecher nicht die Nacht, um ihre Tat zu begehen. "Die meisten Einbrüche passieren zwischen 16 und 20 Uhr", sagt Svenja Wigger, "dann ist es im Winter schon dunkel, viele Menschen sind aber noch nicht zu Hause." Die Beauftragte für Kriminalprävention warnt davor, die Gefahr auf die leichte Schulter zu nehmen. "Das Gefühl der Unsicherheit nach einem Einbruch wiegt oft viel schwerer als der materielle Schaden."
Lange Zeit, von 2006 bis 2013, pendelte die jährliche Zahl der Einbrüche um die 250 herum. 2014 waren es schon 100 Fälle mehr, 2015 schnellte die Zahl auf 566. "Dieser Anstieg entspricht einer generellen Entwicklung im Hamburger Umfeld", sagt Polizeisprecher Rainer Bohmbach. Im Landkreis Harburg und in Lüneburg seien die Zahlen ähnlich oder sogar noch höher. Und auch bundesweit sei dieser Trend zu verzeichnen.
"Flüchtlinge spielen bei dieser Entwicklung aber keine Rolle", versichert der Polizeisprecher. "Vereinzelt tauchen sie in der Kriminalstatistik als Ladendiebe oder Schwarzfahrer auf, aber das entspricht im Vergleich zu anderen Gruppen dem normalen Querschnitt." Die große Zahl an Einbrüchen sei auf organisierte Gruppen aus Hamburg zurückzuführen, die seit einigen Jahren verstärkt in den Landkreis Stade kommen.
Neben diesen "Profi-Dieben" gebe es auch weiterhin die örtlichen Einbrecher. Dies sind häufig Menschen, die in akuter Geldnot sind oder die sich ihre Sucht mit der gestohlenen Ware finanzieren wollen. Meist werden Bargeld und Schmuck gestohlen, eben alles was leicht ist und einen schnellen Rückzug ermöglicht. "Wohnungseinbruch lohnt sich aber eigentlich nicht", so Bohmbach. In der Regel sei der materielle Gewinn nicht sehr hoch.
Wer jedoch Opfer eines solchen Verbrechens geworden ist, der fühlt sich in seinen eigenen vier Wänden oft noch wochen- oder monatelang nicht sicher. "Das Wissen, dass jemand die persönlichen Dinge berührt hat und gefühlt auch jederzeit wiederkommen kann, lässt viele nicht mehr ruhig schlafen", so Präventions-Beraterin Svenja Wigger. Sie will die Menschen für das Thema sensibilisieren und gibt Tipps: "Pflegen Sie auch in der dunklen Jahreszeit Kontakt zu ihren Nachbarn, achten Sie auf verdächtige Situationen, verschließen Sie auch bei kurzer Abwesenheit immer alle Fenster sowie Balkon- und Terassentüren." Ausführliche Informationen dazu gibt sie am 30. Oktober beim Tag des Einbruchschutzes (siehe unten). Svenja Wigger berät auch nach Terminabsprache kostenfrei zum Einbruchsschutz vor Ort am eigenen Haus.
Einen unkonventionellen Weg vor Einbruch zu warnen, hat jetzt die Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes eingeschlagen. Für die Initiative "K-Einbruch" wurde die dokumentarisch angelegte You Tube-Serie "Die Elster - Ein Profi-Einbrecher packt aus" entwickelt. Darin wird ein fiktiver Langfinger "Die Elster" bei seinem Tageswerk begleitet. Die Serie ist auf http://bit.ly/2bYedNp zu sehen.

Tag des Einbruchschutzes
Präventionsberaterin Svenja Wigger klärt beim Tag des Einbruchschutzes am Sonntag, 30. Oktober, ab 15 Uhr, in der Polizeiinspektion Stade, Teichstraße 10, darüber auf, wie Täter vorgehen, nach welchem Schema Einbrüche passieren und wie sich jeder selbst schützen kann. Neben einem Vortrag haben die Besucher die Möglichkeit, individuell Fragen zu stellen. Es können auch Termine für eine individuelle Beratung vor Ort vereinbart werden.
Infos und Tipps zur Einbruchsprävention auf: www.k-einbruch.de