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Kommen die Täter wieder?

Angriffsopfer Sergej W. hat Angst, dass die Täter wiederkommen
 
Einer der Täter warf die Heckscheibe des BMWs ein (Foto: oh)

Im Sommer das Auto demoliert - nun bekam Serjej W. zusätzlich Prügel / Wer ist der Auftraggeber?

tp. Stade. Erst zertrümmerten sie hinter einer Dorf-Disco sein Auto bis zur Schrottreife, dann ließen sie zwei Monate vergehen, um dem Geschädigten zu Hause einen bösen Besuch abzustatten: Sergej W.* (21) aus Stade wurde am vergangenen Wochenende erneut Opfer einer Attacke, die nach seiner Vermutung auf das Konto der selben Täter geht. Diesmal erlitt nicht nur sein Wagen Schaden: Sergej W. kassierte heftige Prügel. Er hat Angst, dass die Täter wiederkommen. Bei der Polizei sieht man kaum Möglichkeiten, W. zu schützen.

Nach Schilderungen des jungen Mannes klingelte es Sonntagabend gegen 20 Uhr an der Tür seines Elternhauses in einem ruhigen Neubaugebiet im Ortsteil Wiepenkathen. Kaum habe er geöffnet, habe er einen Fausthieb ins Gesicht bekommen, so Sergej W. Der Schläger, ein entfernter Bekannter, habe brutal auf ihn eingeprügelt, erinnert sich das Opfer. "Ich schrie 'Hilfe!' und "'Ruft die Polizei!'"
Er wehrte sich mit Schubsen gegen seinen Kontrahenten. Nach wenigen Augenblicken seien sein Vater und sein älter Bruder eingeschritten, so Sergej W. Mit Erfolg: Bis zum Eintreffen der Polizei hielten sie den Täter fest. Dabei habe dieser gedroht: "Wir kommen wieder!"

Während der knapp zweiminütigen Blitzattacke machten sich nach Angaben des Geschädigten zwei Komplizen des Schlägers an Sergej W.s Auto zu schaffen. Einer der beiden warf laut W. einen Feldstein durch das Heckfenster des roten BMWs. Dann sei das Duo zu Fuß geflüchtet.

Der russlanddeutsche Dachdecker-Lehrling Sergej W. erlitt bei der Attacke Prellungen. Er erstattete Anzeige wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Das Verhalten des Schlägers ist rätselhaft. Er ließ sich am Montag nach dem Überfall bereitwillig auf ein Treffen mit Sergej W. ein, räumte die Tat ein und beglich bereits einen Teil des Sachschadens von rund 1.000 Euro. Auch gab er die Namen seiner Komplizen Preis, die W. inzwischen der Polizei meldete.

Aus dem Gespräch mit dem Täter berichtet Sergej W.: Das Trio, angeblich zwei Russlanddeutsche und ein Deutscher im Alter von etwa 20 bis 30 Jahren, sei geschickt worden, so W. Der Steinwerfer, der offenbar Angst vor seinen Auftraggebern hat, habe ihm mitgeteilt: "Wenn ich verrate, wer mich geschickt hat, bringen die mich um."

Sergej W. vermutet, hinter der Angelegenheit könnten die bislang unbekannten Täter stecken, die Anfang August seinen schwarzen VW Jetta in einer Disco-Nacht in Heinbockel bei Oldendorf demolierten und einen Schaden von 12.000 Euro verursachten (das WOCHENBLATT berichtete). Die Tat blieb unaufgeklärt. W. verdächtigt einen Mann aus seinem Umfeld, gegen den er vor längerer Zeit als Zeuge vor Gericht aussagte. Seitdem liegt er mit ihm im Streit.

Sergej W. und seine Familie befürchten, dass die Täter schon bald wiederkommen. "Wir tun nachts kein Auge mehr zu", sagt er. Von der Polizei, die die Beschuldigten in den kommenden Tagen vernehmen will, haben die W.s wenig Unterstützung zu erwarten. Stades Polizeisprecher Herbert Kreykenbohm sagt: "Personenschutz auf Schritt und Tritt können wir nicht leisten." Die "Super-Ausnahme, eine akute Lebensgefahr", sieht Kreykenbohm in Sergej W.s Fall nicht gegeben.

*Name v. d. Red. gekürzt