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"Mongols"-Schläger beim Rocker-Prozess in Stade verurteilt

Die sechs Rocker des Biker-Clubs „Mongols MC“ mussten sich nach ihrer Tat vor zwei Jahren jetzt vor dem Stader Landgericht verantworten
am. Stade. Im Prozess gegen sechs Männer, die Mitglieder im Rockerclub „Mongols MC“ sind oder zu dessen Umfeld gehören, hat die Große Strafkammer des Landgerichts Stade die Angeklagten zu Freiheitsstrafen zwischen fünf Jahren und sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Anders als die Staatsanwaltschaft gefordert hatte, wurden die Männer im Alter von 26 bis 30 Jahren nicht wegen versuchten Totschlags, sondern wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert.
Den sechs Rockern wurde vorgeworfen, vor zwei Jahren bei einer friedlichen Biker-Party in Freiburg mehrere Personen mit Baseballschlägern, Messern und einem Zimmermannsbeil angegriffen und zum Teil lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Opfer der Attacke gehören dem konkurrierenden Club „Gremium MC“ an (das WOCHENBLATT berichtete). Neben drei hochrangigen Mitgliedern von „Gremium-MC“ wurden auch unbeteiligte Personen verletzt.
Es gab keine Hinweise darauf, dass die Provokation von den „Gremium“-Mitgliedern ausgegangen sei, so das Gericht. Laut Zeugenaussagen marschierten die sechs Angeklagten in einer Gruppe von insgesamt 20 bis 30 Personen in militärischer Formation auf das Gelände, auf dem das Festzelt stand. Vermummt betraten sie das Festzelt durch den einzigen Eingang. Damit nutzten sie ihre Übermacht und den Überraschungseffekt und nahmen den Ausbruch eines unkontrollierten Tumults in Kauf.
Bei der Tat sei ein hohes Maß an konspirativer Planung erkennbar gewesen, so das Gericht. Zwar konnte die Strafkammer den Hintergrund der Tat und was im Einzelfall passiert ist, nicht aufklären, doch waren nach Überzeugung des Gerichts alle Beteiligten über die Pläne informiert. Die Gruppe habe wie eine Person agiert, so die Richter.
Versuchten Totschlag schloss die Kammer aus, da die Angeklagten zwar tödliche Verletzungen in Kauf genommen hatten, es aber offensichtlich nicht ihre Absicht gewesen war, zu töten. Das sei daran erkennbar, dass die Angreifer nach knapp einer Minute den organisierten Rückzug antraten. „Hätten dort Menschen sterben sollen, dann wären sie gestorben“, so das Gericht in seiner Urteilsbegründung.