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Mord aus Habgier

Lebenslänglich für Sergej L. (re.) - hier mit Anwalt Lars Zimmermann (2. v. re.). Mittäter Alexander V. (li.), ebenfalls mit Anwälten, muss für vier Jahre und drei Monate hinter Gitter

Nach tödlichem Raubüberfall auf "Zaunkönig" Gerd Hennig: Lebenslängliche Haft für den Drahtzieher

tp. Stade. Das Landgericht Stade folgte am Freitagnachmittag dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft vom Vortag und verurteilte Sergej L.* (43) aus Himmelpforten, Hauptangeklagter im Prozess um den Tod des Zaunbau-Meisters Gerd Hennig (†50) aus Oldendorf, zu lebenslanger Haft. Nach Ansicht der Strafkammer hat sich Sergej L. des Raubmordes schuldig gemacht.

L.s Helfer, Alexander V.* aus Oldendorf, muss wegen Beihilfe zu der Tat für vier Jahre und drei Monate hinter Gitter. Strafmildernd wirkte sich laut Richter Berend Appelkamp aus, dass V. während des Prozesses, der insgesamt 121 Verhandlungstage dauerte, Mitgefühl mit Gerd Hennigs Ehefrau gezeigt habe. Sie erlitt durch die Taterlebnisse eine schwere Traumatisierung und ist inzwischen in ihr Heimatland Polen zurückgekehrt.

Der als "Zaunkönig" bekannte Unternehmer Gerd Hennig und seine Ehefrau waren, wie berichtet, im Dezember 2010 von zwei von Sergej L. angeheuerten Komplizen in ihrem Doppelhaus überfallen und ausgeraubt worden. Die Räuber erpressten PIN-Nummern von Bankkarten und hoben mehrfach Geld am Automaten der Oldendorfer Volksbank ab. Der herzkranke Gerd Hennig wurde körperlich schwer misshandelt und erstickte infolge einer Knebelung und einer Blutansammlung in den oberen Atemwegen. Die beiden Täter sind in ihrer Heimat Weißrussland untergetaucht.

Obwohl dem Initiator des Verbrechens, Sergej L., keine direkte Beteiligung an den Gewalttaten nachgewiesen werden konnte, sieht das Gericht den Tatbestand des Mordes aus Habgier erfüllt. Der Verurteilte hat die Tat laut Gericht unter Billigung des möglichen Todes des Raubopfers geplant und sich die Beute von 12.000 Euro mit den beiden Weißrussen geteilt. Sergej L. teilte sich selbst 6.000 Euro zu.

Zeugenaussagen und Handy-Daten ergaben, dass sich Sergej L. während des gesamten Tatabends - von etwa 20 Uhr bis nach Mitternacht - in der Nähe des Tatortes aufhielt. Zudem hat er Waffen und Klebeband zum Fesseln und Knebeln der Opfer und ein Auto beschafft, die Täter angeheuert und untergebracht und ihnen während der Tat Orientierungshilfe gegeben.

Insider gehen davon aus, dass Sergej L.s Rechtsanwalt, Lars Zimmermann aus Himmelpforten, Revision einlegt.

*Namen von der Redaktion gekürzt