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Pause im Gaffer-Prozess in Bremervörde

Viele Menschen trauerten an der Unglücksstelle (Foto: tp)

Angeklagte wollen Eisdielen-Wirt gekannt haben

tp. Bremervörde. Der Prozess gegen drei sogenannte Gaffer (20, 26 und 35), die Rettungsarbeiten beim Eisdielen-Unglück in Bremervörde behindert haben sollen, wurde am Donnerstag am Amtsgericht in Bremervörde unterbrochen. Das Gericht gab einem entsprechenden Antrag der Verteidigung statt und muss jetzt neue Verhandlungstermine festsetzen.

Die Rechtsanwälte der drei Brüder aus Bremervörde hatten erklärt, sie seien als Bekannte des Besitzers der Eisdiele "Pinocchio" an der Unfallstelle aufgetaucht. "Die Täter wollen nicht aus Neugier, sondern aus Sorge um den Betreiber vor Ort befunden haben", sagt die Stader Gerichtssprecherin Petra Baars auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Das Heranziehen Hauptakte sei nun erforderlich, um dies aufzuklären.

Die Staatsanwaltschaft schloss sich dem Antrag an. Eine Beziehung der drei Männer zu dem Eisdielenbetreiber war bisher nicht bekannt.
Die Angeklagten, von denen einer die Unglücksstelle u.a. mit dem Handy gefilmt haben soll und mit der Polizei in ein Handgemenge geriet, müssen sich wegen Bedrohung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und versuchter Nötigung verantworten.

Die Unglücksfahrerin (60), die im Sommer 2015 mit ihrem Auto in die Eisdiele gerast war, steht ab November wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Bei dem Unfall verloren ein zweijähriger Junge, ein Senior (65) ihr Leben. Sechs weitere Opfer wurden zu Teil schwer verletzt.