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Seniorin vergewaltigt: Erntehelfer vor Gericht

Der Angeklagte mit seinem Rechtsanwalt Klaus Ahrens (re.) und einem Übersetzer (Foto: bc)
bc. Stade. Dieser Fall erschütterte im Dezember vergangenen Jahres viele Bürger im Landkreis. In Buxtehude soll ein Sextäter eine Seniorin in ihrer eigenen Wohnung vergewaltigt haben. Wenige Tage später klickten die Handschellen. Ein türkischer Erntehelfer wurde in Jork verhaftet. Seit Donnerstag steht er nun vor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichtes Stade. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schwere sexuelle Nötigung vor, was in diesem Fall einer Vergewaltigung gleichkommt. Der mutmaßliche Täter (40) wollte am ersten Verhandlungstag keine Angaben machen, saß mit gesenktem Kopf auf der Anklagebank. Regungslos.
Es war der 7. Dezember 2016, als sich der damals 39-jährige Beschuldigte laut Anklage der Staatsanwaltschaft am frühen Nachmittag Zutritt zur Ein-Zimmer-Wohnung der allein lebenden 73-jährigen Frau an der Viverstraße verschaffte, in dem er klingelte und die Tür gewaltsam aufdrückte, als die Frau öffnete. Am Vormittag soll er bereits die Wohnung der Dame ausgekundschaftet haben.
In der Wohnung soll er dann der Frau brutal den Mund zugedrückt, sie aufs Bett geworfen, ausgezogen und vergewaltigt haben. Als der Mann verschwand, rief sie gegen 15.15 Uhr sofort ihren Sohn an, der seine Mutter nach seinen Angaben „völlig aufgelöst“ vorfand.
Das Opfer schilderte am Donnerstag die Tat vor Gericht, kann sich aufgrund einer Altersdemenz aber nicht mehr an jedes Detail erinnern. Das Gericht griff deswegen öfter auf das Protokoll der Polizei zurück, das eine Polizeibeamtin am Tattag anfertigte. „Seine Hände waren furchtbar brutal. Er hat auf mir gelegen. Widerlich. Ich hatte Schmerzen“, sagte die Frau im Gerichtssaal. Der Mann soll stark gestunken haben, allerdings nicht nach Alkohol. Auch der Sohn wurde als Zeuge vor Gericht befragt. Nebenklage-Vertreterin Sabine Hippert-Otromke sagte auf WOCHENBLATT-Nachfrage: „Ich habe keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit meiner Mandantin.“ Es gebe sehr viele Indizien, die dafür sprächen.
Entscheidend dürfte u.a. auch die Aussage der Polizeibeamtin sein, die das Protokoll nach der Tat aufnahm.
Am Dienstag, 2. Mai, wird der Prozess um 9.15 Uhr fortgesetzt. Dann könnte schon ein Urteil fallen.