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Später Waffenfund nach "Sittensen"-Überfall

Beim Prozessauftakt Ende April: der Angeklagte (Mi.), seine Anwälte und Justizbedienstete

Totschlag-Prozess am Stader Landgericht: Angeklagter erneut unter Tränen

tp. Stade. Um einen dubiosen späten Waffenfund ging es am vergangenen Mittwoch, dem vierten Verhandlungstag im "Sittensen"-Prozess am Landgericht in Stade. In dem Totschlag-Verfahren gegen einen Rentner* (80) aus Sittensen stellte der Vorsitzende Richter Behrend Appelkamp zahlreiche Fragen zu der Waffe, die Polizisten erst eine Woche nach der Tat auf dem Grundstück des Angeklagten fanden.

Wie berichtet, muss sich der gebrechliche und seelisch angeschlagene Senior aus Sittensen dafür verantworten, dass er einen jugendlichen Räuber (16), der ihn gemeinsam mit vier Komplizen überfallen und um Geld beraubt hatte, durch einen Schuss in den Rücken getötet hat.

Als Zeugen sagten zwei an den Ermittlungen beteiligte Polizisten aus. Während die Fluchtwege aufgrund des Schneefalls in der Tatnacht rekonstruiert werden konnten, blieb die Suche der Ermittler nach einer möglichen Tatwaffe der Räuberbande zunächst erfolglos. Sie tauchte erst nach einer Woche in der Nähe der Terrasse auf, auf der der getötete Jugendliche lag.

Geklärt werden soll, ob die die Waffe bei der ersten Inspektion des Tatorts übersehen wurde. Dann könnte es sich um einen bewaffneten Raubüberfall auf den Senioren handeln, was die Reaktion des Überfallopfers erklären würde. Seine Anwälte plädieren auf Notwehr. Sollte die Waffe nachträglich abgelegt worden sein, wäre eine Täuschung nicht auszuschließen. Gutachten sollen Licht ins Dunkel der Ermittlungen bringen.

Wie schon beim Prozessauftakt, vergoss der Angeklagte im Gerichtssaal Tränen. Die Verhandlung musste unterbrochen werden.

Der Prozess wird am Mittwoch, 21. Mai, 9.15 Uhr, fortgesetzt.

*Name der Redaktion bekannt