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Unfallprozess mit Anklage zu versuchtem Mord geht weiter / Beifahrerin vernommen

Der Angeklagte lenkte im April dieses Jahres seinen Pkw gegen einen Baum. Seine Beifahrerin wurde dabei tödlich verletzt (Foto: Archiv)
am. Stade. Der Prozess um den Unfall, bei dem ein Kutenholzer versucht haben soll, sich und seine Mitfahrerin umzubringen, geht in die nächste Runde. In dem Prozess der 13. Großen Strafkammer des Stader Landgerichts wird dem Angeklagten versuchter Mord vorgeworfen.
Der Kutenholzer hatte beim Prozessauftakt zugegeben, den Unfall bewusst verursacht zu haben. Als Grund nannte er Versicherungsbetrug, zu dem ihn aber die Beifahrerin selbst überredet haben soll.
Bei der jüngsten Prozesssverhandlung am vergangenen Montag wurde die Beifahrerin per Videokonferenz vernommen. Die Kammer folgte damit einer Empfehlung der behandelnden Psychologin. Laut des psychologischen Gutachtens leidet die Bremervörderin nach dem Unfall an einer posttraumatischen Belastungsstörung, die bei einer direkten Konfrontation mit dem Angeklagten Angst- und Panikattacken hervorrufen könnte. Den Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit lehnte die Kammer jedoch ab.
Die Beifahrerin blieb im Groben bei der Aussage, die sie schon bei der Polizeivernehmung nach dem Unfall im Krankenhaus geäußert hatte. Sie wirft dem Kutenholzer vor, versucht zu haben, sie und sich umzubringen, weil sie die gemeinsame Beziehung beendet hatte. Die Bremervörderin leugnete, den Angeklagten zu dem Unfall angestiftet zu haben.
An den Unfall selbst könne sie sich aber nur in Bruchstücken erinnern. "Ich habe nur sein entschlossenes Gesicht gesehen", sagt die Bremervörderin, "und gehört, wie er gesagt hat: Jetzt werden wir gleich sterben, jetzt ist alles vorbei."
In diesem und weiteren Punkten wich die Befragte leicht von ihren bisherigen Aussagen ab. Als Begründung nannte sie immense Erinnerungsschwierigkeiten.
• Der Prozess wird am Dienstag, 3. November, um 9 Uhr und am Mittwoch, 11. November, um 9 Uhr, fortgesetzt.