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150 Flüchtlinge in der Ex-Behörde in Stade

Geschirr, Handtücher und Küchenutensilien liegen auf den Etagenbetten bereit

Kreiswehrersatzamt: Im Januar ziehen die ersten Asylbewerber ein / Stadt plant Nachbarschaftstreffen

tp. Stade. Im ersten Vierteljahr 2016 erwartet die Stader Stadtverwaltung knapp 380 weitere Asylbewerber. Laut Bürgermeisterin Silvia Nieber "eine erhebliche Herausforderung". Der Wohnungsmarkt sei "ausgequetscht", ergänzt der Erste Stadtrat Dirk Kraska. Politik und Verwaltung reagieren auf die Raumknappheit mit dem Bau von Unterkünften im Ortsteil Hagen und an der B73 in Wiepenkathen. Oben auf der Agenda steht die Einrichtung von Unterkünften von bis zu 150 Menschen im leerstehenden Kreiswehrersatzamt.

Im Januar sollen dort die ersten Flüchtlinge einziehen. "Mit 50 Personen fangen wir an", so Kraska. Die übrigen Bewohner sollen dort bis Ende März Quartier nehmen.

Der Umbau zum Wohnheim läuft auf Hochtouren. In den ehemaligen Büros stehen Etagenbetten. Für die Neuankömmlinge liegen Putz- und Küchenutensilien, Geschirr, Handtücher und Bettzeug bereit. Brandschutztechnik und mehr wurde eingebaut. Bei der Betreuung und Integration der Flüchtlinge bekommen die zahlreichen ehrenamtlichen Helfer Unterstützung von Profis wie dem städtischem Sozialarbeiter Bernd Seelhoff. Dolmetscher und ein Wachdienst werden ebenfalls beschäftigt.
Entsprechende Personalkosten werden in im Haushalt 2016 berücksichtigt, den der Rat auf der Sitzung am Montag, 21. Dezember, um 18 Uhr beschließen soll.

Um weiteren Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen, sucht die Stadt Investoren. Sie sollen auf städtischen Grundstücken besondere Gebäude errichten. Dirk Kraska führte hierzu die Bauweise nach dem "Kieler Modell" an. Hierbei handelt es sich um Mehrfamilienhäuser mit beweglichen Innenwänden und multifunktionalen Räumen, die später mit geringem Aufwand zu Sozialwohnungen umgebaut und an jedermann vermietet werden könnten.

• Auf einer Infoveranstaltung mit rund 120 Gästen im Kreiswehrersatzamt boten einige Nachbarn kürzlich unbürokratische Hilfe an. Eine Frau übernahm z.B. die Wäsche der Handtücher vor der ersten Benutzung. Zu Jahresbeginn plant Bürgermeisterin Nieber in dem Behördenbau ein großes Kennenlern-Treffen mit Nachbarn und Flüchtlingen.