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50 Jahre Stader Weihnachtsmarkt - von Anfang an "im Norden weit vorn"

Hans-Dieter Bömmelburg organisierte den Markt viele Jahre ehrenamtlich mit

Fleischermeister Hans-Dieter Bömmelburg (83) ist Mann der ersten Stunde

tp. Stade. „Mit dieser Idee lagen wir unter den Städten im Norden ganz weit vorn“, erinnert sich Hans-Dieter Bömmelburg (83) an den ersten Stader Weihnachtsmarkt, den er vor 50 Jahren als Gast miterlebte. Im zweiten Jahr war der Fleischermeister mit einer Bratwurstbude dabei. Später gehörte der Selbständige viele Jahre zum Vorbereitungsteam der Arbeitsgemeinschaft „Stade aktuell“.

„Nicht einmal Hamburg hatte damals einen Weihnachtsmarkt“, unter den nördlichen deutschen Städten sei lediglich Lübeck früher drangewesen als Stade. So hatte der von Bömmelburg hoch geschätzte Initiator, der Stader Kaufmann Werner Höhmann (†), den richtigen Riecher. Die Markteröffnung am 2. Dezember 1967 geriet zu einer kleinen Sensation. Zwischen nur knapp einem Dutzend Buden drängten sich am heutigen Bürgermeister-Dabelow-Platz Tausende Besucher.

Eine Fußgängerzone gab es noch nicht. In der Altstadt herrschte Verkehrs-Chaos. „Die Autos blieben praktisch in den Menschenmassen stecken“, sagt Zeitzeuge Bömmelburg, der sich noch an den damaligen Bratwurstpreis erinnert: „Eine D-Mark und 20 Pfennige.“

In den ersten Jahren sei es schwer gewesen, für das Spektakel Schausteller zu gewinnen. Nach den Herbstmärkten machten sie traditionell Winterpause.
Mit den Jahren wuchs der Markt auf jetzt 50 Stände im Schein moderner LED-Beleuchtung: Zu Räucheraal („Aal Gast“), Mandeln (Eschermann, Schölisch) Punsch und Honigkuchen-Ständen gesellte sich nach einigen Jahren das erste Kinderkarussell der Kehdinger Schaustellerfamilie Deutsch, die noch heute mit Ständen dabei ist. Besondere Attraktion in Stade ist der große Anteil an Kunsthandwerkern, die laut Bömmelburg seit jeher „schwer zu bekommen“ sind.

Der Weihnachtsmarkt bedeutet nicht nur Vorfreude aufs Fest der Liebe, sondern oft auch viel Arbeit für die Ehrenamtlichen: Einmal zählten die Organisatoren in Bömmelburgs Wohnzimmer bis spät in die Nacht Geld: Die Schausteller hatten ihre Stromrechnungen in vielen kleinen Münzen bar bezahlt.