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Ärger in der Kita Hahle

Bürgermeisterin Silvia Nieber verteidigt die Ausnahmesituation bei Streiks
bc. Stade. Einige Eltern sind unzufrieden mit den ihrer Ansicht nach häufigen und kurzfristigen Schließungen im städtischen Kindergarten in Stade-Hahle. Das Fass zum Überlaufen brachte ein Streik in der vergangenen Woche. „Eltern und Kinder standen vor verschlossenen Türen“, schreibt Elternvertreterin Alkje Schade in einem Brief an die Kita-Leitung, der dem WOCHENBLATT vorliegt.

Schade, Elternsprecherin der ganztägigen „Geistergruppe“, möchte wissen, warum die Eltern nicht rechtzeitig informiert worden seien: „Wir halten es für zwingend erforderlich, sicherzustellen, dass unversorgte Kinder in einer Notgruppe aufgenommen werden.“ Die Eltern seien sehr verunsichert und müssten teilweise um ihre wirtschaftliche Existenz bangen, da die Arbeitgeber die ständigen Ausfalltage nicht tolerieren.

Alkje Schade hat aufgelistet, wann die Kita geschlossen war: am 19. Oktober 2015, am 28. und 29. Januar 2016, am 18. März 2016 sowie vom 21. März bis zum 4. April jeweils ab 14 Uhr. Hinzu kämen dann noch Sommer- und Weihnachtsferien.

Es sei nicht zu akzeptieren, dass Eltern nicht wissen, wie sie ihre Kinder versorgen sollen, zumal sie ja auch für die Unterbringung bezahlen: „Speziell in der Geistergruppe sind die meisten Eltern berufstätig und auf eine ganztägige Betreuung angewiesen“, schreibt Alkje Schade in dem Brief.

Das WOCHENBLATT hat bei der Kita-Leitung nachgefragt, die sich nicht äußern möchte und auf den Fachbereich im Rathaus verweist. Dort heißt es, dass die eingeschränkten Öffnungszeiten Ende März/Anfang April einem hohen Krankenstand geschuldet seien.

Zum Thema Streik sagt Bürgermeisterin Silvia Nieber (SPD) nach Rücksprache mit einem zuständigen Mitarbeiter, dass extra eine Notgruppe an der Kita in Hahle eingerichtet worden sei, die allerdings irgendwann in den Morgenstunden voll besetzt war. Alle Eltern seien tags zuvor informiert worden, dass acht Erzieherinnen in den Ausstand treten werden.

Nieber weist in dem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Stadtverwaltung meist nicht mehr als ein bis zwei Tage Vorlaufzeit habe, um Notlösungen während eines bevorstehenden Streiks zu organisieren.

Zudem stehe in der entsprechenden Satzung, die die Betreuungszeiten in den Stader Kitas regelt, dass es bei höherer Gewalt und bei Streiks keinen Anspruch auf eine Betreuung gebe.