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Ärger mit der nassen Lunte

Diese Gruppe aus Militär-Enthusiasten kampierte im Regen (v. li.): „Oberleutnant“ Hartmut Küster, Zivildarstellerin Antje Küster sowie die Soldaten der „Cameron Highlands“ Margit Piesker, Gerhard Wellner und Fred Fiedecke

Festungstage fielen ins Wasser / Nur 500 Besucher / Trotzdem krachten die Kanonen

tp. Bützfleth. Dauerregen und Temperaturen bei maximal 15 Grad – zu kalt und zu nass für die Jahreszeit war das vergangene Mai-Wochenende, an dem viele Veranstaltungen abgesagt oder nach drinnen verlegt wurden. Auch die beliebten Festungstage im preußischen Fort Grauerort in Bützfleth fielen ins Wasser.
„Leider nur rund 500 Besucher“ zählte Rainer Poppe, Vorsitzender der ausrichtenden Reservisten-Arbeitsgemeinschaft Grauerort. „Bei schönem Wetter kommen doppelt so viele Gäste, doch dieses Mal sind wir abgesoffen“, sagte Poppe und blickte dabei traurig auf das mit Pfützen übersäte Festungsgelände.
Der Dauernässe trotzte eine Truppe aus Militär-Enthusiasten aus Berlin und Pinneberg. Die als historische Soldaten der „Cameron Highlands“, des dritten Zonarenregiments und als Zivildarstellerinnen gekleideten Akteure schliefen sogar in Zelten auf dem Festungsplatz. Die Hartgesottenen bauten kleine Gräben, um das Regenwasser von ihrem Lager fortzuleiten.
„Dauernd war die Lunte nass“, klagte „Corporal“ Gerd Sauerwein, vom „1. Club der Vorderlader“ aus Uelzen. „Da half nur warten, pusten und öfter anzünden“, so der Routinier. Mit seiner nach historischem Vorbild gefertigten Kanone aus der Zeit der Napoleanischen Kriege vor rund 200 Jahren ließ es Sauerwein mit seiner Truppe einige Male gewaltig krachen. In Grauerort wurde ohne Munition gefeuert. Doch mit der 700-Gramm-Kanonenkugel aus Zink erzielt der „1. Club der Vorderlader“ beachtliche sportliche Erfolge: Der Verein ist deutscher Vizemeister im Kanonenschießen.
• Im kommenden Jahr finden wieder Festungstage in Grauerort statt. Dann sollen laut Rainer Poppe noch mehr Traditionshandwerker das Festungsleben bereichern.