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Alt-Braumeister aus Stade ist auf der Suche nach dem besten Bier

Brauer aus Leidenschaft: Wilhelm Meiborg

Wilhelm Meiborg (83) schreibt seine Geschmacks-Abenteuer auf: "Vielleicht wird ein Buch draus"

tp. Stade. Ob bitter oder blumig, blond oder braun - Braumeister Wilhelm Meiborg (83) liebt alle Biere. Nach einem langen Berufsleben in der letzten Brauerei der Stadt Stade und als selbständiger Getränkeverleger bestimmte der herbe Schluck aus Hopfen und Malz haben sein Leben. Auch im Ruhestand dreht sich bei Wilhelm Meiborg noch immer alles um Pils, Export und Co. "Eine unendliche Geschichte", sagt der Kenner, der begonnen hat seine interessantesten Erlebnisse aufzuschreiben: "Vielleicht wird ein Buch daraus."

In der renommierten Holsten-Brauerei in Neumünster in Schleswig-Holstein lernte Wilhelm Meiborg das Brauer-Handwerk, studierte in München Brauereitechnik und arbeitete in Hannover in der Gilde-Brauerei. Dann kehrte er in seine Heimatstadt zurück, um die im Familienbesitz befindliche Brauerei Hinck, dem letzten Unternehmen seiner Art in Stade, zu leiten.

"Mein Großvater Wilhelm Hick hatte mich zu seinem Nachfolger bestimmt, also musste ich Brauer werden", sagt Meiborg mit einem zufriedenen Lächeln, das verrät, dass er die Berufswahl nicht bereute. "Im ersten Lehrjahr gab es täglich einen halben Liter Haustrunk gratis, als Geselle standen mir drei Liter zu."

Meiborg trinkt sein Bier immer mit Bedacht: "Mit der Hand leicht anwärmen, damit sich die Aromen entfalten, riechen, schmecken, langsam genießen", empfiehlt der Experte. Ein gutes Pils muss goldgelb sein und frisch nach Hopfen duften, ein Dunkles sollte bernsteinfarben sein und eine aromatischen Malznote haben.

Herbe norddeutsche Pilsener wie Jever oder Flensburger sind seine Favoriten unter den bekannten Marken. Seine absoluten Lieblingsbiere stammen aus kleineren Regionalbrauereien in Detmold, in Altenau im Harz und in Uslar im Solling.

Meiborg versucht sich selbst am perfekten Bier: Mit seniem Hausbrau-Set testet er in der Küche seines Reihenhauses Rezepturen, die er im Zehn-Liter-Eimer ansetzt.
Mehrmals jährlich unternimmt er mit seinen Stammtischfreunden Bier-Touren mit Brauereibesichtigung, Wanderung und Stadtrundgang.

Die Abenteuer schreibt er auf: "Bamberg in Franken: Es gibt neun Brauereien in dieser Stadt. Schon mittags bilden sich Schlangen von Gästen vor den Wirtshäusern, das Bier wird durchs Fenster an die Durstigen draußen verteilt." Oder: "Kürzlich waren wir in der Gaststätte Klindworth in Sauensiek. Der Wirt braut sein Bier selbst, und das recht gut. Bei zwei Dutzend Sorten übertreibt er es vielleicht etwas mit der Vielfalt. Sonst aber Hochachtung!", schwärmt Wilhelm Meiborg, der noch immer auf der Suche nach dem besten Bier ist: "Und das hört wohl nie auf."