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Altes Land: Hunde und Maulwürfe als Deich-Risiko

Für Besucher ist der Deich ein beliebtes Ausflugsziel. "Er dient aber in erster Linie dem Küstenschutz", sagt Wilhelm Ulferts

Dank vieler Sicherheitsvorkehrungen: Frühjahrsschau am Hochwasser-Schutzwall im Alten Land verlief ohne Beanstandung

ab. Lühe. Die „Schaureife“ wurde erteilt. So lautet offiziell das Ergebnis der Deichschau vom Lüher Sperrwerk bis zum Deich Höhe Hahnöfersand. 30 Personen begutachteten in dieser Woche den Abschnitt, darunter Mitglieder des Deichverbands, der Feuerwehr, der Gemeinden und des Landkreises sowie interessierte Bürger.

Er habe den Deich schon lange nicht mehr in einem so guten Zustand gesehen, urteilte Heiko Köhnlein vom Landkreis Stade. Ein Fuchsbau sei bereits vor der Schau entdeckt worden, wurde aber schon beseitigt, teilt Oberdeichrichter Wilhelm Ulferts vom Deichverband II. Meile Altes Land mit. Demnächst werde eine Maulwurf-Beseitigungsaktion eingeleitet. „Die stehen zwar unter Schutz, aber dem Deich müssen sie fernbleiben“, sagt Ulferts.

Ein großes Problem: die frei laufenden Hunde. Ulferts erklärt: „Die Deiche werden mit Schafen beweidet, denn sie treten den Grund fest und halten die Grasnarbe kurz. Verrichten Hunde dort ihre Geschäfte, wird das Gras für die Schafe giftig.“ Resultat: Die Schafe können nicht mehr frei laufen gelassen werden.

Gerade in der jüngsten Zeit sei es darum zu Tierarztkosten in Höhe von 1.500 Euro gekommen. Außerdem habe ein frei laufender, kleiner Hund, der zwischen die Herde gegangen ist, für einige Frühgeburten gesorgt. „Ein Schaden von rund 6.000 Euro“, so der Vorsteher des Deichverbands. „Spaziergänger vergessen häufig, dass ein Deich dem Küstenschutz dient. Es gibt keine Kompromisse, was frei laufende Hunde betrifft - die müssen an die Leine.“

Ein anstehendes Projekt, so Ulferts, sei die Erhöhung des Deiches um 1,5 Meter ab der Hamburger Landesgrenze bei Hinterbrack. Auf einer Länge von 600 Meter bis ca. ein Kilometer müssten der Deich, das Deichvorland sowie der Treibselräumweg erhöht werden. „Jetzt leiten wir alles in die Wege, damit wir im kommenden Jahr richtig einsteigen können.“

Was dem Oberdeichrichter wichtig ist: „Die Anwohner müssen sich sicher fühlen und sehen, dass der Deichverband sich kümmert und sie sich nicht sorgen müssen.“